William A. Bishop

 


William A. Bishop

08.02.1884 – 11.09.1956


William A. Bishop

Siege: 72
Orden: Vict. Cross, Dist. Serv. Ord. & Bar, Mil. Cross
Einheit: 21, 60, 85
Rang: Lieutenant-Colonel
Flugzeug: Nieuport 17, SE5a, (RE7 als Beobachter, vielleicht auch BE-2 oder BE-12)
Wie Richthofen sah Bishop den Krieg als Möglichkeit, Ruhm und Ehre zu erlangen. Doch erstickten auch seine Träume sehr schnell im Schlamm an der Westfront. So trat er schließlich den Luftstreitkräften bei. Bishop hatte bereits als kleiner Junge reiten und schießen gelernt. Er war imstande, jedes Pferd zu reiten, das man satteln konnte, und sein Talent mit dem Gewehr war außergewöhnlich. Dennoch fand er schnell heraus, daß er in der Luft, mit einem Maschinengewehr, nicht halb so gut war. Er benötigte Übung, also nahm er einen Abfalleimer mit leeren Dosen und stieg auf 15.000 Fuss Höhe. Dann warf er die Dosen über Bord und benutzte sie als Zielscheibe. Nach einer Woche Training war er bereit für seinen ersten Abschuß. Nach weiteren sechs Wochen war Bishop bereits ein Veteran. 1917 waren sechs Wochen für einen alliierten Piloten ein langes Leben. Bishop überlebte den Krieg, brachte es auf 72 Abschüsse und wurde im Alter von 23 Jahren zum Kapitän befördert. Am 2. Mai 1917 war Bishop auf einem Alleinflug unterwegs. Urplötzlich erfüllte eine Summen die Luft, und kurz darauf zersplitterte seine Windschutzscheibe. Er drehte den Kopf und sah eine feindliche Maschine an seinem Heck. An diesem Tag sollte es Bishop noch mit 22 weiteren feindlichen Jägern zu tun bekommen. Wenig Tage später wurde ihm vom König der DSO verliehen, mit der Inschrift: Sein Mut und seine Entschlossenheit sollen allen als Beispiel dienen. Bishop erlangte Berühmtheit. Im Juni 1918 lag seine Abschußquote bei 47 Treffern, und der Generalstab entschied, daß ein lebendiger Held viel wertvoller wäre, als ein toter. Er sollte sich daher zwölf Tage später in London zurückmelden. In den nächsten Tagen steigerte Bishop seine Gesamtquote auf 67 Treffer, und am letzten Tag an der Front schraubte er sie noch einmal um weitere fünf nach oben. Er wurde damit zum As der Asse. Im Gegensatz zu Richthofen war Bishop mehr ein Draufgänger, der gerne die Herausforderung über den feindlichen Linien suchte. Eines Morgens entschloß er sich, den schlafenden Gegner zu überraschen, indem er einen nahen deutschen Flugplatz angriff. Er flog in knapp 50 Fuss Höhe über den Lufthafen hinweg und entdeckte einige Flugzeuge, die gerade für den anbrechenden Tag aufgewärmt und startklar gemacht wurden. Bishop begann mit seinem Angriff, und sofort wurde Alarm ausgelöst. Die Piloten versuchten, ihr Maschinen in die Luft zu bringen, doch Bishop zerstörte die meiste von ihnen, noch ehe sie überhaupt abgehoben hatten. Einen einzelnen Jäger gelang es zwar, sich über Bishop zu setzen, doch er war kein ernstzunehmender Gegner für ihn. Sechs Minute später war Bishop schon wieder auf dem Heimweg, ohne einen einzigen Kratzer abbekommen zu haben. Kurze Zeit darauf wurde er mit dem Viktoriakreuz ausgezeichnet.

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