Gustav Albin Weißkopf

01.01.1874 - 10.10.1927


G. Weißkopf

In Leutershausen bei Ansbach, Bayern, wurde am 01.01.1874 Gustav Weißkopf geboren. Bereits als 13jährige Vollwaise bastelte er auffallend oft Papierflugzeuge und ließ somit seine Vorliebe für die Luftfahrt vielleicht schon erahnen. Nach dem Besuch der Volksschule wurde er Schlosser, dann Seemann und lebte hierauf für kurze Zeit in Südamerika. Nachdem er wieder in seinem Heimatland zurückgekehrt war schloß er sich Otto Lilienthal an und wanderte später im Jahre 1895 nach den USA aus. In den USA baute und flog er im Jahre 1895 sein erstes eigenes Gleitflugzeug. In Buffalo arbeitete er nach seiner Hochzeit am 24. November, an seinen Konstruktionen weiter. In seinem nächsten Wohnsitz in Pittsburgh, Pennsylvania, baute er erstmals an einen durch eine Dampfmaschine angetrieben Flugapparat.

Doch leider stürzte er mit diesem bei seinem Erstflug im Jahre 1899 auf ein Gebäude ab. Die Konsequenzen war die Anordnung der Polizei, daß er den Ort verlassen müsse. Im Sommer 1900 zog er mit seiner Familie Whitehead, wie er sich nun nannte, nach Bridgeport im Staate Connecticut. Im Morgengrauen des 14. August 1901 glückte ihm mit seiner Maschine Nr. 21 der erste Motorflug der Luftfahrtgeschichte. Seine Maschine wies zur damaligen Zeit bereits einen geschlossenen Rumpf mit Platz für zwei Personen, ein Fahrwerk und zusammenklappbare Flügel auf. Mit seinem Nachfolgerflugzeug Nr. 22 gelang ihm am 17. Januar 1902 ein Sieben-Meilen-Flug. Zur Finanzierung seiner Apparate entwarf und baute Whitehead Flugzeugmotoren. Im Rahmen seines weiteren Schaffens erfand und baute er zahlreiche Erfindungen die einen sehr guten Rückschluß auf seinen Erfindungsreichtum zulassen.

So baute er z. B. als Erster einen Ein- bis Achtzylinder-Flugzeugmotor, experimentierte mit Horizontalzylinder, entwickelte einen leichten wassergekühlten Motor; der an verstellbaren Propellern arbeitete, transportierte ein Flugzeug mit zusammenklappbaren Flügeln auf einem Fahrzeug, baute eine Betonstartbahn und entwarf hierzu eine passende Betonstraßenbaumaschine. Am 10. Oktober 1927 erlitt Whitehead mitten in seiner Arbeit einen Herzanfall und verstarb einige Stunden später. Bei der Beerdigung auf dem Armenfriedhof waren nur wenige Mitmenschen aus Bridgeport gekommen.

Später Ruhm und Anerkennung:

Im Jahre 1941 teilte das Reichsluftfahrt-Ministerium in einem Schreiben der Stadtverwaltung Leutershausen erstmals mit, daß Gustav Weißkopf bereits zwei Jahre vor den Gebrüder Wright Motorflüge unternommen hatte. Die Kriegsereignisse machten allerdings weitere Nachforschungen zunichte und somit geriet der Name Weißkopf alias Whitehead ein zweitesmal in Vergessenheit. 21 Jahre später fand Major William O`Dwyer bei einem Umzug einer befreundeten Familien in Bridgeport einige Unterlagen auf dem Dachboden des Hauses.

Die gefundenen Unterlagen enthielten Konstruktionspläne, Urkunden und Berechnungen und Major O`Dwyer forschte nach dem Urheber dieser Aufzeichnungen. Seine Nachforschungen ergaben, daß einst Gustav Weißkopf in diesem Haus gelebt hatte. Zusammen mit einigen Offizierskameraden und der Schriftstellerin Stella Randolph untersuchte er das Material, sprach mit Augenzeugen und suchte in Archiven nach Beweismaterial. Am 15. August 1964 wurden von O`Dwyer diese sensationellen Enthüllungen in der Öffentlichkeit publik gemacht. Hierauf erhielt er und Stella Randolph von der Stadt Leuterhausen die Ehrenbürgerwürde.

Zusätzliche Informationen erhalten Sie unter:

Flughistorische Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf (FFGW), Bahnhofstrasse 20, 91578 Leutershausen

Telefon und FAX: 09823/384, E-mail: 101505.3145@Compuserve.com

Es ist ein Bild verfügbarAufnahme des Flugapparats von G. Whitehead.

Es ist ein Bild verfügbarAufnahme des von G. Whitehead konstruierten Motors.


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