"Der Schneider von Ulm hat`s Fliega probiert, no hot`en dr`Deifel en d`Donau
neigführt,"
schwäb. Vers über Ludwig Berblinger "Schneider von Ulm",
beim gescheiterten Versuch mit einem Flugapparat die Donau zu
überfliegen.
Während der Überquerung des Ärmelkanals durch Louis
Bleriot, überhitzte sich der 25 PS Anzani Motor des Eindeckers.
Glücklicherweise kam ein Regenschauer auf und der Motor wurde hierdurch
abgekühlt. Tatsächlich trug dieser Vorfall aber nicht maßgebend
dazu bei, daß man sich mit der Entwicklung und dem Bau von Wasserflugzeugen
beschäftigte.
Bleriot hatte schon zusammen mit Gabriel Voisin im Jahre 1906 mit
Wasserflugzeugen experimentiert. Auch die Gebrüder Wright hatte schon
1907 mit einem Tragflächenboot auf dem Fluß Miami in Dayton getestet,
nachdem sich ihr radloser Gleiter nur eingeschränkt einsetzen ließ.
Zwischen 1909-10 wurde in vielen Länder ernsthaft an einer Lösung
gearbeitet.
Das erste mit Schwimmern ausgerüstete Motorflugzeug wurde von
dem Franzosen Henri Fabre am 28.03.1910 erfolgreich getestet. Ein weiterer
Pionier, der Amerikaner Glenn Curtiss,
entwickelte
im Laufe des Winters 1910-11 das erste einsatzfähige Flugzeug. Hierzu
befestigte er Schwimmer an einem seiner kräftigen Doppeldecker mit
Druckschraube und startete am 26.01.1911 damit zum ersten Mal vom Wasser.
Ein Jahr später, am 20.01.1912, folgte das erste Flugboot. Es unterschied
sich von einem Wasserflugzeug nur dadurch, daß der Mittelschwimmer
größer war, um den Piloten und die Steuervorrichtung unterzubringen.
Es wurden daraus später die uns heute bekannten größeren
und eleganteren Flugboote für den zivilen od. milit. Einsatz entwickelt.
Curtiss konstruierte aber auch die ersten trägergestützten
Flugzeuge für das Militär. Die U.S.-Navy, den Möglichkeiten
der Luftfahrt gegenüber ohnehin sehr aufgeschlossen, gab einem bei Curtiss
angestellten Piloten, Eugene Ely, im November 1910 die Möglichkeit,
den ersten Start von Deck des Kreuzers USS Birmingham (von einer 25 Meter
lange Plattform) zu machen, der in Hampton Roads, Virginia, vor Anker lag.
Im Januar 1911 gelang ihm auch die Landung auf der USS Birmingham, und zwar
mit Hilfe eines Hakens, der sich in einem gespannten Tau einhakte. Später
im selben Jahr startete ein Curtiss-Wasserflugzeug von der USS Pennsylvania
mit Hilfe eines dick eingefetteten Taus - der erste Katapultstart.
Obgleich noch nicht erkennbar, war damit das Ende der
Großkampfschiffe besiegelt, die der ganze Stolz der Seestreitkräfte
gewesen war. Sechs Jahre später wurde daher auf brit. Seite schon
Lösungen für den Start und die Landung von Flugzeugen während
der Fahrt des Schiffes gesucht. Den Start sah man als kleineres Problem an,
da ein Schiff das gegen den Wind fuhr schon genug Auftrieb für einen
kleinen Doppeldecker bot. Allerdings wurde von Vertretern der Marine beanstandet,
daß - da nur ein dem Wind entgegenfahrendes Schiff einen erfolgreichen
Start des Flugzeugs gewährleistete - das Schiff möglicherweise
in einem kritischen Moment zu einer Positionsänderung gezwungen werden
könnte.
Man entwickelte daraufhin sog. drehbare Plattformen, die unabhängig
von der Fahrtrichtung einsetzbar waren. Am 01.10.1917 gelang Squadron Commander
F. J. Ruthland mit einer Sopwith Pup erfolgreich von einer Drehplattform
auf der HMS Repulse abzuheben. Allerdings war damit das Problem der Landung
noch nicht gelöst. Dies änderte sich im Jahre 1917, als das
ursprünglich kleine Schlachtschiff HMS Furious in einen Flugzeugträger
mit einer 69,50 Meter langen Landebahn auf dem Vordeck umgebaut wurde.
Am 02.08.1917 unternahm Squadron Commander E.H. Dunning mit einer
Sopwith Pup den ersten Versuch das Schiff vom Heck aus anzusteuern, sie dann
scharf an den Deckaufbauten vorbeizumanöverieren und danach in einen
steilen Landeanflug überzugehen. An der Unterseite des Flugzeugrumpfes
und an den Tragflächen waren Seile befestigt, die von der bereitstehenden
Deckmannschaft unmittelbar nach dem Aufsetzen des Flugzeugs gepackt werden
sollten, um es somit schneller zum Stillstand zu bringen. Dieser und ein
zweite Versuch glückten.
Beim dritten Versuch aber am 07.08.1917 endete dieser tragisch, als
die Sopwith bedingt durch eine höhere Geschwindigkeit, als die zuvorgehende
Versuche, hart auf der Landebahn aufprallte und danach noch einmal in die
Luft stieg und dann durch den Wind über die Steuerbordseite geweht wurde.
Dunning hatte wahrscheinlich durch den Aufprall auf das Wasser das
Bewußtsein verloren und bedingt durch seinen Tod wurden alle Landeversuche
bis auf eine Dauer von sechs bis sieben Monate eingestellt. Jedoch hatte
die zwei erfolgreichen Versuche bewiesen, daß das Konzept
durchführbar war. Es wurde daraufhin an dessen Verbesserungen
weitergearbeitet und dies führte dann zum Bau von einsatztüchtigen
Flugzeugträger, die eine große Rolle im II. Weltkrieg spielen
sollten.
Eugene
B. Ely war der erste, der ein Motorflugzeug vom Schiff aus startete. Am
14.11.1910 erhob er sich mit seiner Cutiss mit Druckpropeller von einer
über dem Bug der USS Birmingham errichteten Plattform und landete am
Ufer. Die Aufnahme zeigt ihn bei einem Start von Deck der USS Pennsylvania
im Januar 1911.
Der
Amerikaner Glenn Curtiss entwickelte und baute Wasserflugzeuge und Flugboote,
die weitaus funktionsfähiger als das Wasserflugzeug von Fabre waren.
Am 10.01.1912 flog das erste Curtiss Flugboot (siehe Bild).
Der
Flugzeugträger der brit. Flotte HMS Furious im Sommer 1917.
Ursprünglich als ein Schlachtkreuzer entworfen, wurde er Anfang 1917
zum Flugzeugträger umgebaut.
Der
dritte tragische Versuch von Squadron Commander E.H. Dunning 1917 seine Sopwith
Pup auf dem Landedeck der HMS Furious zu landen, endete tödlich nachdem
sein Flugzeug einen Satz nach vorne machte und seitlich von Bord geweht wurde. |