Fairey Long-Range Monoplane

Höchstgeschwindigkeit: Reisegeschwindigkeit: 177 km/h, 570 PS Napier Lion IXA 12-Zylinder Kolbenmotor
Steiggeschwindigkeit: keine Angaben
Dienstgipfelhöhe: keine Angaben
Spannweite: 24,99 m
Länge: 14,78 m
Gewicht: max. Startgewicht 7.938 kg
Einsatztyp: ein zweisitziger Langstrecken-Eindecker
Einsatzdauer: Reichweite 8.932 km
Anmerkungen: Zwischen den beiden Weltkriegen konnte man durch Rekordflüge viel Prestige gewinnen. Die Schneider Trophäe wurde für neue Geschwindigkeitsrekorde verliehen, und zahlreiche Flugzeuge versuchten, neue Langstrecken-Rekorde aufzustellen. Darunter waren sowohl modifizierte Flugzeuge von Serienmaschinen als auch speziell für diese Aufgabe entworfene Modelle. In letzter Kategorie gehört die Fairey Long-Range Monoplane, die in zwei Exemplaren für das Luftfahrtministerium gebaut wurde. Nach Windkanaltests mit kleineren Modellen beschloß Fairey, daß eine Schulterdeckerkonfiguration mit freitragenden Flügel optimal war, und die erste Monoplane flog am 14.11.1928 mit einem 570 PS Napier Lion XIA Motor. Die Spezifikation schrieb eine Reichweite von etwa 8.000 km vor, und zur Zeit des Erstflugs der Monoplane lag der Weltrekord bei 7.187 km, aufgestellt von einer Savoia S.64. Das Triebwerk der Monoplane bereitete mehrfach Schwierigkeiten und verzögerte einen 24stündigen Flug nach Kairo bis zum Mai 1929, mehr als drei Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin. Der eigentliche Rekordflug sollte zwischen England und Kapstadt stattfinden, wurde aber ebenfalls verschoben, da im April 1929 die Wetterverhältnisse in Südafrika nicht mehr günstig waren. Stattdessen wurde beschlossen, den Flug in Bangalore in Südindien durchzuführen. Vor dem Flug und während dessen Verlauf kam es zu zahlreichen weiteren Problemen, und die Reise endete schließlich in Karatschi, nachdem 6.647 km in 50 Stunden und 37 Min. zurückgelegt worden waren. Der Treibstoff reichte nicht aus, um den Flug zu beenden, aber immerhin war dies der erste Nonstop-Flug von England nach Indien. Im Dezember 1929 verließ die Monoplane England auf dem Weg nach Kapstadt, um einen von Costes und Bellonte mit einer Breguet Bre.19 zwischen Paris und der Manschurei aufgestellten Rekord von 7.905 km zu brechen. Der Flug nahm ein tragisches Ende, da die Monoplane aus bis heute ungeklärten Gründen in der Nähe von Tunis an einem Berg zerschellte und beide Piloten dabei ums Leben kamen. Angesichts der Erfahrungen mit der ersten Maschine wurden beim zweiten Exemplar Veränderungen vorgenommen. Es flog am 30.6.1931 und wurde einen Monat später der RAF übergeben. Eine von der RAE Farnborough entwickelte Autopilot-Anlage wurde zusammen mit einer beeindruckenden Instrumentenausrüstung eingebaut. Bei der Rückkehr von einem Erprobungsflug nach Ägypten wurde die Maschine bei einer Notlandung leicht beschädigt, dann aber repariert, und sie verließ England am 7.2.1933, um die 8.707 km nach Südwestafrika innerhalb von 57 Stunden 25 Min. zurückzulegen; ein neuer Rekord. Die Großkreisentfernung betrug 8.595 km. Drei Monate später wurde dieser Rekord von Codos und Rossi in einer Bleriot-Zappata 110 gebrochen, als diese eine Großkreisstrecke von 9.104 km von New York nach Syrien zurücklegten. Der Plan, die Monoplane 1934 mit einem Junkers Jumo Dieselmotor auszurüsten (eine Variante dieses Triebwerks hatte eine Reichweite von schätzungsweise 13.358 km), wurde nicht verwirklicht; über das Ende der Monoplane ist nichts weiter bekannt.


Die K1991 war die zweite Fairey Long-Range
Monoplane, und auf diesem Bild gewinnt man
einen guten Eindruck von der riesigen Fläche der
freitragenden Eindeckerflügel, die über 4.546 Liter
Treibstoff für das Napier Lion Triebwerk fassen
konnten.


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