Militärische Technik

Waffen

Maschinengewehre:
Lewis-MG:
Das Lewis-MG war das erste leichte Maschinengewehr der Welt. Es wurde in Amerika konstruiert, dort aber von der amerikanischen Armee abgelehnt und nicht eingeführt. In Europa wurde es aber dagegen gekauft und in großer Stückzahl eingesetzt. Die theoretische Feuergeschwindigkeit betrug 450 Schuss pro Minute, und das in einer Trommel aufmontierte sowie drehende Magazin fasste nur 97 Patronen mit 0,303 Zoll Durchmesser. Es war luftgekühlt und konnte leicht am großen Kühlmantel erkannt werden, der den Lauf umgab.

Lewis-MG mit Kühlmantel (Flugzeugversion)

Parabellum-MG:
Das MG Parabellum war das deutsche Äquivalent zum Lewis MG der Alliierten. Die 7,92 mm Munition wurde über eine Trommel zugeführt, und die zyklische Feuergeschwindigkeit betrug 700 Schuss pro Minute. Es wurde in großem Umfang bei bewaffneten Aufklärungsflugzeugen durch den mitfliegenden Beobachter eingesetzt.

Parabellum-MG

Vickers-MG:
Das Vickers-MG war das britische Standard-MG im 1. Weltkrieg. Es war ein wassergekühltes 0,303 Zoll-MG, das sich vom Maxim MG(vom Amerikaner Hiram Maxim 1884 erfunden) herleitete. Die Munitionszuführung erfolgte über einen Gürtel mit 250 Schuss. Seine zyklische Feuergeschwindigkeit betrug um 450 Schuss pro Minute.
Das Vickers-MG hatte wie alle MGs jener Tage gelegentlich Ladehemmung, war aber ansonsten nach allen Standards sehr zuverlässig. In den Flugzeugen wurde das Vickers MG 1916 mit einer Synchronisierung und luftgekühlt (mit seitlich angebrachten Luftschlitzen) eingebaut. Später wurde die Feuergeschwindigkeit auf ca. 1.000 Schuss pro Minute erhöht.

Vickers-MG

Spandau-MG:
Das Spandau-MG leitet sich ebenfalls vom Maxim MG ab, wurde nur leicht modifiziert, und sein Name kommt vom Standort des Herstellers. Das MG Spandau verschoss 7,92 mm Munition, war rückstoßaktiv und wassergekühlt. Die Munition wurde über einen Gürtel mit 250 Schuss zugeführt, und es erreichte eine zyklische Feuergeschwindigkeit von bis zu 600 Schuss pro Minute.
Die Flugzeugversion des Maschinengewehrs Spandau war das dt. Äquivalent des Brit. Vickers MGs.
Auf dt. Seite wurde schon früh Spandau-Zwillings-MGs bedingt durch die stärke Motorleistung , in Flugzeugen, eingesetzt.


Spandau-MG


Hier sieht man Fokker beim Testen der Synchronisation eines Spandau MGs auf einem Versuchsstand.

 

Bomben:
Während des 1. Weltkrieges reifte die Idee, Sprengkörper in der Luft zu transportieren und von dort aus in das Ziel zu bringen.
Die größte Bombe war 3.360 Pfund schwer und konnte nur von einer Handley-Page V/1500 transportiert werden. Die kleinste war die 20 Pfund schwere Cooper-Bombe.


Dt. Bombergeschwader an der Westfront, 1918: Die Bomben werden unter dem Großflugzeug (vermutlich Gotha) aufgehängt.

 

Raketen:
Es ist wenig bekannt, dass einige Jagdflugzeuge des 1. Weltkrieges mit Luft-Luft-Raketen bewaffnet waren. Diese wurden natürlich nicht zum Angriff gegen andere Flugzeuge eingesetzt, sondern zur Vernichtung von Aufklärungsballons. Nach ihrem Konstrukteur, dem Franzosen Yves Le Prieur benannt, erinnerten die Le-Prieur-Raketen an riesige Flaschen. Ein Gehäuse von 1,5 Fuß enthielt den Sprengstoff und Treibstoff, und ein Stock von 3 Fuß diente der Stabilisierung der Rakete im Flug. Ihr Abschuss erfolgte elektrisch aus Rohren, die an den Stielen zwischen den Tragflächen angebracht waren.
Der Sprengstoff enthielt ungefähr 200 Gramm Schwarzpulver. Die Rumpfspitze war aus Holz gefertigt und an ihr war eine feststehende dreieckige Messerklinge befestigt. Die Rakete wurde nicht durch Kontakt gezündet, sondern ihre scharfe Bugspitze drang in die Ballonhülle ein, und dann entzündete der Treibstoff den Wasserstoff im Ballon. Diese Entwicklung wurde aber später durch die Verwendung von Brandmunition für Maschinengewehre ersetzt.
Einsatz auf: Nieuport 11, 17 und Sopwith Pup

Pfeile:
Gegen Zeppeline setzte man explosive Pfeile ein, die von Ingenieur Lt. Francis Ranken entwickelt worden waren. Aus einem 24 Runden haltenden Behältnis wurden jeweils drei Pfeile abgeschossen. Jeder Pfeil hatte vier Flügel am Pfeilende. Damit sollten sie in der Umhüllung des Luftschiffs stecken bleiben, so daß die Ladung explodieren konnte. Die Stahlpfeile, die auf feindliche Truppen herabregneten, waren den vorher erwähnten Pfeilen ähnlich. Diese sogenannten Flechettes waren rund 13 cm lang und hatten einen Durchmesser von ca. 1 cm. Sie wurden in Kanister von je 250 Pfeilen transportiert und über feindlichen Pferde- oder Soldatengruppen abgeschossen. Die Pfeile richteten natürlich nur Schaden an, wenn sie ihr Ziel trafen. Ihr Einsatz war beschränkt. Kleine Bomben waren weitaus wirksamer.

Bordgeschütze:
Auf Vorschlag des französischen Spitzenpiloten George Guynemer wurde Anfang 1917 eine Variante der Spad XIII – die Spad XII – in einigen Exemplaren gebaut. Guynemer war der Ansicht, daß für ein Jagdflugzeug die Feuerkraft von ein oder zwei Maschinengewehren nicht ausreichte. Er konnte Spad dafür gewinnen, zwischen den Zylinderblöcken des Hispano-Suiza-Motors eine 37 mm Bordkanone (Puteaux Patronengewehr) einzubauen, die durch eine hohle Propellernabe feuerte. Zwar war die Kadenz dieser Kanone sehr niedrig, aber dafür richtete die Geschosse bei den getroffenen Flugzeugen verheerende Zerstörungen an. Diese Flugzeugversion wurde allerdings nur selten eingesetzt, da sie nicht gerade wendig war und die Kanone nach jedem Schuss von Hand nachgeladen werden musste.