Luftschiffarten

Unstarres Luftschiff

Das unstarre Luftschiff, auch Prallluftschiff oder Blimp genannt, besteht aus einer Gondel an der eine mit Traggas (Helium oder früher auch Wasserstoff) gefüllte Hülle befestigt ist. Diese Hülle weist eine aerodynamische Form aus und wird durch den Innendruck des Traggases geformt.
Die heute überwiegend zu Werbezwecken(z. B. Hofbräu, Fuji) eingesetzten Luftschiffe beruhen auf diesem Prinzip. Wobei dieses Einsatzgebiet schon in den 20er Jahren bekannt war; damals wurde unter anderem für Pralinen (Trumpf) und Mundwasser (Odol) geworben.
In Deutschland werden diese Typen überwiegend von der Firma Westdeutsche Luftwerbung (WDL) in Mühlheim an der Ruhr produziert, die aber nicht nur den deutschen sondern auch den ausl. Markt (USA, Japan) beliefert. Andere Einsatzgebiete sind verstärkt die Luftüberwachung (z. B. in England bei Fußballspielen) bei Demonstrationen oder Ausschreitungen sowie bei der Gewässerüberwachung im Umweltschutz.

Historische Vorlagen in Deutschland:
Parseval – Luftschiffe
August von Parseval (1861-1942), ein deutscher Techniker, wagte sich kurz nach der Jahrhundertwende an den Bau eines Luftschiffes, nachdem er zuvor Drachenballons und Fesselballons konstruiert hatte. In den Jahren 1906-14 entstanden in der Luftfahrzeug – GmbH in Bitterfeld 23 Prallluftschiffe vom Typ Parseval. Das Volumen schwankte zwischen 2300 m3 und 31000 m3. die Gondel war nicht direkt unter der Hülle, sondern tief darunter angebracht. Zwischen Hülle und Gondel rotierte auf einem Gerüst aus Stahlrohren ein Holzpropeller.

Ein typisches Parseval Luftschiff
Siemens – Schuckert
Auch die Siemens – Schuckert Werke bauten ein Luftschiff. An Stelle der Holzschrauben verwendete man Stahlschrauben mit sehr schmalen Flügeln. Die Außenhülle war aus dreifachem Stoff angefertigt, der durch starke Gummi-Einlagen gasdicht gemacht worden war. Nach rund zweijähriger Bauzeit machte dieses Schiff im Januar 1911 seine Jungfernfahrt. Es hatte ein Volumen von 13000 m3 und war 70 km/h schnell. Graf von Zeppelin nahm am 2.2.1912 an einer Fahrt teil. Bei einer Landung geriet dieses Luftschiff in einen Graben und stieß mit starkem Aufprall gegen eine Böschung.

 

Halbstarres Luftschiff

Beim halbstarren Luftschiff wird die Form der Hülle noch zusätzlich mittels eines Längsträgers oder Kielträgers gehalten. An diesem Träger wird die Gondel sowie die Motoren angehängt. Das Traggas befindet sich wiederum wie beim Prallluftschiff in der Hülle.
Ein aktuelles Beispiel stellt der neue Zeppelin NT (NT= Neue Technologie, Jungfernflug: 18. September 1997) ,der in Friedrichshafen gebaut wurde, dar. Dieser weist in seinem Inneren ein dreieckiges Gerüst auf das an einem Längsträger befestigt ist und eine unterstützende Wirkung auf die Hülle darstellt. Die Hülle selbst wird nach wie vor mit dem Traggas gefüllt und dadurch in die richtige Form gebracht. Außerdem weist dieser Prototyp ein neues Steuerungs- und Antriebssystem (fly by wire) auf, daß das Luftschiff sehr beweglich macht. Hierbei wurden die Antriebsmotoren in 360 Grad bewegliche Einheiten an der Gondel befestigt und ermöglichen den Antriebsschub in horizontaler und vertikaler Richtung.

Historische Vorlagen in Deutschland:
Groß – Basenach
M IV war ein halbstarrer Lenkballon des von der Heeresverwaltung gebauten Typs Groß – Basenach. Das Schiff machte in der Zeit vom 28.12.1914 – 03.11.1915 24 Aufklärungsfahrten über der Ostsee. Am 10.09.1915 griff es ein feindliches Unterseeboot an (100 kg Bomben).
Daten: Volumen: 19600 m3, Maschinenleistung: 480 PS, Führung: Hauptmann v. Jena.


Parseval Luftschiff mit beschädigter Gondel

 

Starrluftschiffe

Bei dem Starrluftschiff(auch Zeppelin genannt) wird die Form des Schiffes durch ein starres Gerüst (meist Leichtmetall) bestimmt. Bei diesem Typ befindet sich das Füllgas in gesondert im Schiffsinnern angebrachten Gaszellen. Außerdem werden im Innern die unterschiedlichen Einrichtungen wie z.B. Unterkünfte der Mannschaft und Passagiere (LZ 129 Hindenburg), Brennstoffzellen der Motoren, Ballastzellen und Fracht untergebracht.
Durch gegehbare Laufgänge ist es möglich sich im Innern zu bewegen um z. B. eventuelle Wartungsarbeiten vorzunehmen. Die Motoren befinden sich meist seitlich an der Hülle, mit dem Gerüst verbunden, und sind vom Innern aus gegehbar. Die Gondel selbst ist im Grunde nicht mehr für die Unterbringung der Mannschaft bzw. Passagiere gedacht sondern nur noch für den Führungsstab (wurde mit der LZ 129 Hindenburg eingeführt, war aber bei den zuvorgehenden Zeppelinen noch üblich).

Historische Vorlagen in Deutschland:
Siehe hierzu die Biographien von Johann Schütte und Graf von Zeppelin.

Schütte Lanz Luftschiff SL 1

Graf Zeppelin und Hindenburg auf dem Luftschiffhafen Frankfurt am Main, sehr gut sind die Größenverhältnisse zu sehen.

Das Schiffsinnere von LZ 127 ohne Gaszellen, sehr gut ist die Gerüstkonstruktion zu sehen.

Daimler Benz Motor des LZ 130 – hier kann man die Aufhängung der Motoren sehn mit Ihren zugehörigen Brennstoffzellen oben im Schiffsinnern.