Otto Lilienthal

23.05.1848 - 10.08.1896


Foto O. Lilienthal

Kurzbiographie

Persönliche Daten:

Karl Wilhelm Otto Lilienthal
geboren 23.05.1848 in Anklam (Vorpommern)
Verheiratet: seit 1878 mit Agnes Fischer, vier Kinder
Gestorben: 10.08.1896 in Berlin an den Folgen eines Absturzes einen Tag zuvor am Gollenberg bei Stölln



Ausbildung:

1856-1864 Gymnasium in Anklam
1864-1866 Provinzialgewerbeschule in Potsdam, Abitur Mit Auszeichnung bestanden
1866-1867 Maschinenbaupraktium bei der Firma Louis Schwartzkopff in Berlin
1867-1870 Studium an der Königlichen Gewerbe-Akademie in Berlin, für vorbildliche Leistungen mit einem Stipendium ausgezeichnet.

Militärdienst:

1870-1871 Kriegsteilnehmer als Einjährig-Freiwilliger bei den Garde-Füsilieren; später Reserveübungen. Während des Krieges beobachtete er die 66 franz. Ballonfahrten aus der von den Deutschen belagerten Stadt Paris.

Berufszeit:

1871-1872 Berufstätigkeit in der Maschinenfabrik von Weber in Berlin.
1872-1881 Konstruktionsingenieur in der Maschinenfabrik von Carl Hoppe in Berlin.
1879 Mit Bruder Gustav Entwicklung des Steinbaukastens. Nach dem Verkauf entwickelte die Firma Adolf Richter in Rudolstadt (Thüringen) daraus die weltberühmten Steinbaukästen.
1881 Eröffnung einer Maschinenfabrik in Berlin, Köpenickerstr.

Kenntnisstand:

- nach 25jähriger experimentell-theoretischer Arbeit; Unterstützung von Bruder Gustav, 1889 Veröffentlichung des Buches: Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst(auf eigene Kosten 1000 Exemplare - davon nur 300 verkauft)
- als techn. Gutachter im Dt. Verein zur Förderung der Luftschiffahrt (Eintritt 1886) mit dem internationalen Entwicklungsstand der Luftfahrttechnik vertraut.
- Erfahrungen durch langjährige planmäßige Versuche mit Flugapparaten eigener Konstruktion. Ab 1891 mit Ein- und Doppeldeckern(1895) über 2000 Gleitflüge, bis 250 Meter weit.
Hierbei kam im ein auf seine Anweisung aufgeschütteter Hügel(15 m hoher Fliegeberg) in Lichterfelde (Frühjahr 1894), in der Nähe seiner Wohnung, zu gute. Von diesem waren Sprünge in jede Richtung möglich. In die Spitze des Hügels baute er einen fensterlosen Schuppen ein, in dem mehrere zusammengefaltete Flugapparate untergestellt waren. Das mit Rasen belegte Dach bildete die Absprungfläche für Flüge bis zu einer Weite von 80 Meter.
- Erkenntnisse über das Verhalten in der Luft und über die Steuerung von Apparaten im Flug.
- Serienproduktion und Verkauf von Gleitflugapparaten(10 gebaute Normal - Segelapparate wovon 8 an Interessenten in vers. Ländern für 500 Mark verkauft wurden).
- Veröffentlichung gewonnener Erkenntnisse durch Vorträge und Zeitschriften im In- und Ausland. Erstmals Fotos von einem fliegenden Menschen.
- Umfangreiche Korrespondenz, Besuche von Fachleuten aus vielen Ländern, Prof. Samuel P. Langley, Sekretär der Smithonian Institution in Washington, Prof. Nikolai J. Schukowski, Mathematiker und späterer Aerodynamiker aus Moskau und Percy S. Pilcher, Marineoffizier, der in England einen Lilienthalgleiter nachgebaut hatte.
- Einblicke in die Notwendigkeit sozialer und kultureller Reformen. Einführung der Gewinnbeteiligung in der eigenen Maschinenfabrik.
- Mit der Konzeption und einem ersten Prototyp für einen Modellbaukasten wichtiger Schritt zur Entwicklung des Konstruktionsspielzeugs.
- Leitung des Ostend Theaters in Berlin, Große Frankfurter Str. Auftritte als Schauspieler, Autor des Theaterstücks Moderne Raubritter.

Es ist ein Bild verfügbarGleitflug Otto Lilienthals bei Derwitz, Sommer 1891: eines der ersten Fotos von einem fliegenden Menschen.

Es ist ein Bild verfügbarLilienthals Fliegeberg in Lichterfelde: Aufnahmen von den Gleitflügen im August 1894.


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