Handley Page W 8, 9, 10

Höchstgeschwindigkeit: W.9a Hampstead: 183 km/h; drei 385 PS Siddeley Jaguar Vierzylinder Sternmotoren.
Steiggeschwindigkeit: keine Angaben
Dienstgipfelhöhe: 4.115 m
Spannweite: 24,08 m
Länge: 18,39 m
Gewicht: max. Startgewicht 6.577 kg, Leergewicht 3.794 kg
Einsatztyp: ziviler Transporter
Einsatzdauer: Reichweite 644 km
Anmerkungen: Die Innenverstrebung des Rumpfes beim 0/400 Militärbomber ließ keine langfristige Verwendung des Modells für zivilen Gebrauch zu und führte zu einem Neuentwurf und der Entwicklung eines Flugzeuges, das ursprünglich als Handley Page W/400 (H.P. 16 nach 1924) bezeichnet wurde. Dieses Modell verband einen neuen Rumpf, der bis zu acht nach vorne gerichtete Sitzpaare mit einem Mittelgang aufnehmen konnte, mit der reduzierten Flügelspannweite der V/1500, einem Fahrwerk wie bei dem gleichen Modell und zwei Rolls-Royce Eagle VIII Motoren. In dieser Form flog die Maschine erstmals am 22.08.1919. Bei den Tests erwies sich die Grundstruktur als zuverlässig, aber man entschied sich für Verfeinerungen und stärkere Motoren für die Serienausführung und baute den W.8 Prototyp (H.P.18 nach 1924) mit zwei 450 PS Napier Lion IB Motoren und einer weiter reduzierten Spannweite (von 25,91 auf 22,86m) sowie einem neuen Leitwerk. Die Maschine flog erstmals am 2.12.1919 und dann am 4.5.1920 mit einer Nutzlast von 1.674 kg in einer Höhe von 4.276 m, damals ein brit. Rekord. Auf die W.8 folgten vier Serienmaschinen W.8b, die 12 Passagiere in einer gut verglasten Kabine aufnehmen konnten; Pilot und Copilot saßen in einem offenen Cockpit im Bug. Wegen der Schwierigkeiten bei der Lieferung von Napier Lion Motoren erhielten diese Maschinen wieder Rolls-Royce Eagle VIII Triebwerke; wg. Ihrer geringeren Leistung konnten nur 12 Passagiere transportiert werden. Drei dieser Maschinen wurden von der Handley Page Transport Ltd. benutzt, eine ging an die belgische Fluggesellschaft Sabena; später wurden drei weitere W.8b Transporter unter Lizenz von SABCA in Belgien für Sabena gebaut. Die W.8c war eine Version aus dem Jahre 1924 mit Eagle IX Motoren. Zu den späteren Ausführungen des Grundmodells gehört auch die W.8e (H.P.26), die einen dritten Motor im Bug erhielt; das dreimotorige Triebwerk bestand aus einem 360 PS Rolls-Royce Eagle IX und zwei 230 PS Siddeley Puma. Ein Exemplar wurde von Handley Page für Sabena gebaut, SABCA stellte unter Lizenz acht weitere Maschinen für dieselbe Fluggesellschaft her. Eine W.8f Hamilton mit ähnlichem Triebwerk wurde für Imperial Airways hergestellt: diese Version hatte außerdem eine veränderte Flosse, und zwei weitere W.8f Transporter wurden von SABCA später für den Einsatz bei Sabena gebaut. Die W.8g war eine 1929 umgebaute Hamilton mit zwei Rolls-Royce F.XIIA Motoren. Zu den anderen Varianten des Grundmodells gehörte auch eine H.P.27 W.9a Hampstead für Imperial Airways, bestückt mit drei 385 PS Armstrong Siddeley Jaguar Sternmotoren und später mit drei 450 PS Bristol Jupiter VI Sternmotoren; diese Maschine bot Platz für 14 Passagiere. Die letzte zivile Ausführung war die H.P. 30 W.10, die 1926 von Handley Page in vier Exemplare für Imperial Airways gebaut wurde. Das letzte dieser vier Flugzeuge wurde erst 1933 aus dem Dienst genommen. Diese Maschinen hatten wieder ein zweimotoriges Triebwerk.


Die G-EAPJ war die erste Handley Page W.8; der Erstflug fand im
Dezember 1919 statt. Das Flugzeug wurde nach einer Bruchlandung
bei Poix in Nordfrankreich im Juli 1923 abgeschrieben.


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