Hansa-Brandenburg W.12

Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h, 160 PS Mercedes D.III Sechszylinder Reihenmotor
Steiggeschwindigkeit: keine Angabe
Dienstgipfelhöhe: 5.000 m
Spannweite: 11,20 m
Länge: 9,60 m
Gewicht: Leergewicht 997 kg, max. 1.454 kg
Bewaffnung: ein od. zwei starre, vorwärtfeuernde 7,92 mm LMG 08/15 MGs und ein schwenkbares 7,92 mm Parabellum MG im rückwärtigen Cockpit
Einsatzdauer: 3,5 Std
Anmerkungen: Die Abwehrjäger wie die Hansa-Brandenburg KDW und ähnliche Maschinen anderer Herstellern, die zur Verteidigung von Wasserflugzeug - Stützpunkten eingesetzt wurden, waren sehr wichtig, hatten aber eine gemeinsame Schwäche: gegen Angriffe von hinten waren sie ungeschützt. Ernst Heinkels Lösung für dieses Problem war die Hansa-Brandenburg W.12, ein zweisitziges Jagd -Wasserflugzeug mit einem Beobachter/Schützen im hinteren offenen Cockpit, der mit einem schwenkbar montierten Maschinengewehr bewaffnet war. Die aus Holz und Stoff gebaute W.12 war ein konventioneller, einstieliger Doppeldecker, der auf zwei einstufigen Holzschwimmern montiert war. Er war im Vergleich zur KDW in den Außenmaßen größer und hatte eine Flügelstruktur, die robust genug war, daß sie von zwei Streben zwischen den Flügeln in Richtung Flügelspitzen stabilisiert wurde und bei der auf weitere Verspannungsdrähte verzichtet werden konnte. Am ungewöhnlichsten war ihr Leitwerk, das speziell so gestaltet wurde, daß sich ein möglichst großes unbehindertes Schußfeld für das rückwärtige Maschinengewehr ergab. Es gab daher keine Heckfloße und der Rumpf verjüngte sich bis auf eine messerscharfe Kante, an der ein Ruder befestigt war, das unter den Rumpf reichte. Das Leitwerk ohne verletzliche Streben war an der Oberseite des Hochgezogenen rückwärtigen Rumpfes montiert. Der Prototyp wurde Anfang 1917 geflogen, und da sich die Einsatztests als zufriedenstellend erwiesen, wurde der Typ bald auf den dt. Wasserflugzeug-Stützpunkten eingesetzt. Die W.12 erwies sich als wirkungsvolle Waffe gegen alliierte Wasserflugzeuge, und es wurden von ihr insgesamt 146 Exemplare gebaut. Den ersten und letzten Maschinen diente der 150 PS Mercedes D.III als Triebwerk, aber etwas mehr als die Hälfte der gebauten Maschinen wurde von dem Benz Bz.III angetrieben. Eine der Zeebrügge stationierten W.12 erlangte Berühmheit, als sie im Dezember 1917 das brit. Luftschiff C.27 zerstörte.

W.12 Anfang 1918 von Leutnant Becht geflogen


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