
Die Fokker Plage
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"Eine Aura des Geheimnisvollen umgab die Fokker ... Sagittarius Rising, Cecil Lewis TEIL 2
Hierzu zählt die im März 1916 von ihm geführte und
gegründete Fliegerstaffel Sivery, die damals noch aus sechs Flugzeugen
bestand. Im August bzw. September 1916 dann wurden die sog. JaStas (Jagdstaffeln,
Gründung Jasta 2 am 10.08.1916) mit bis zu 18 Maschinen ausgestattet.
Auf alliierter Seite wurde daher fieberhaft an Lösungen gearbeitet das
Blatt zu wenden. Schließlich hatte man die berechtigten Sorge, daß
die deutsche Aufklärung besser sein könnte
Dies war nicht allzu schwierig da die deutschen Fliegertruppen nicht für einen Angriff ausgestattet waren und somit auch in politischer Hinsicht sich eine blutige Nase holten. Im Sommer 1915 dann als die Eindecker vermehrt eingesetzt wurden, begannen diese Bombergruppen Verluste durch gegnerisches Feuer hinzunehmen und versuchten entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Franzosen begannen Ihre Bomber durch mit Maschinengewehren ausgestatteten Jagdflugzeuge, die über den Propellerkreis oder nach hinten schossen, zu beschützen. Zum Herbst 1915 wurden die Verluste bei Tagangriffen aber dermaßen hoch, so daß man dazu überging die Bombereinheiten auf den Nachtangriff zu trainieren bzw. umzustellen. Allerdings war man weiterhin auf Aufklärungs- und Abwehrflüge angewiesen, und diese konnten nur bei Tag erfolgen. Die Anglo - Franzosen setzten daher bei solchen Flügen ein bis zwei Jagdflugzeuge zum Geleitschutz der Aufklärungsflugzeuge ein und glaubten durch das konzentrierte Feuer aller Flugzeuge die deutsche technische Überlegenheit kompensieren zu können. Im Januar 1916 führten die Briten eine noch weitergehende organisatorische Besonderheit ein. Sie gruppierten Flugzeuge in homogene Einheiten sog. squadrons (Fliegerstaffeln) mit je 12 - 15 Flugzeugen. Diese squadrons wurden jeweils zu sechst in wings (Fliegergeschwader) zusammengefaßt, wobei wiederum drei wings eine brigades (Fliegerbrigade) darstellte. Jeder Armee der britischen Streitkräfte (British Expeditionary Force = BEF)wurde eine solche Fliegerbrigade unterstellt, die Aufklärungsflüge, Flüge zur Zielkorrektur der Artillerie und Bombenflüge ausführte. Diese Flugzeugformationen hatte sicher eine der weitreichendsten Auswirkungen auf die Fokker Plage. Zusätzlich zu diesen Veränderungen der Grundsätze des operativen Einsatzes der Fliegerkräfte ging die englische und französische Industrie zur Konstruktion und Entwicklung einer neuen Generation von Kampfflugzeugen über.
Im Februar 1916 wurde in Frankreich die erste britische Mehrzweck-
Jagdfliegerstaffel (Staffel 24) eingeführt. Diese war mit dem neuen
einsitzigen Jagdflugzeug De Havilland DH 2 mit Druckluftschraube
ausgerüstet und diese bot daher ein ausgezeichnetes freies Schußfeld
nach vorne. Dieses Flugzeug und die nachfolgenden Entwicklungen wie die Vickers
Gunbus FB5, der FB2 (beide mit Druckluftschraube) und der Nieuport 11 (Bebe)
Im April 1916 geschah es dann, daß ein junger deutscher Pilot sich mit seiner Eindecker in den Wolken verflog und irrtümlich auf einem Flugplatz der Alliierten (Courmelois) landete. Jetzt endlich hatten die Alliierten die Antwort auf die quälende Frage, wie die deutschen Flieger mit dem Maschinengewehr durch den Propeller schießen konnten, in ihrer Hand. Nach den Voruntersuchungen der Vorrichtung unternahmen sie mit dem Eindecker Übungkämpfe gegen ihre eigene Flugzeuge. Das Ergebnis war überraschend und demütigend zugleich. Es stellte sich nämlich heraus, daß der Eindecker gar kein gutes Flugzeug war und die meisten alliierten Flugzeuge sich diesem überlegen zeigten. Selbst gegen die Morane Parasol war die Eindecker nicht annährend so gut wie erwartet. Das neue franz. Flugzeug, die Nieuport 11 Bebe übertraf sie sogar. Lediglich gegen die schlecht konstruierte BE2 zeigte sie gute Ergebnisse. Es war somit klar, daß die Fokker nur durch die MG Vorrichtung ein tödliches Instrument wurde und sich ihr luftkampftechnisches Potential vergrößerte. Mit dem wiedergewonnen Selbstvertrauen und den neuen Flugzeugtypen konnten die Alliierten eine erfolgreiche Offensive unternehmen und die DH2, Vickers Gunbus und Nieuport Bebe säuberten den Luftraum von den Eindeckern. Die Luftüberlegenheit neigte sich somit zunehmend zur westlichen Seite. Am 18.06.1916 geschah am Himmel über Annay ein Ereignis, das das Ende der Fokker Plage noch beschleunigte, Max Immelmann. der Träger des Pour le mérite, Erfinder des Aufschwungs, As mit 15 Luftsiegen, Begründer der Fokker Legende und Adler von Lille, stützte ab und mit ihm im übertragenden Sinne die Fokker Plage. Immelmann Tod konnte nie ganz geklärt werden. Die Deutschen sagten er hätte wieder einmal einen Ausfall des Unterbrechungsgetriebes gehabt(am 31.05.1916 war dies schon einmal der Fall, er konnte aber unverletzt noch landen) und seinen Propeller abgeschossen. Die Alliierten wollten den Absturz natürlich einem Piloten aus Ihren Reihen zuordnen. Die volle Wahrheit wird wahrscheinlich nie ganz herauskommen, aber eins war damals klar: Max Immelmann war tot und somit auch die Ära der Fokker Eindecker.
Die Fokker Plage hatte aber eines bewirkt und zwar die Beschleunigung der theoretischen und technischen Entwicklung und damit einen langwirkenden positiven(sowie negativen - bezogenen auf den Einsatz des Flugzeugs als tödliche Waffe) Effekt bewirkt. Das wiederum hatte natürlich einen wesentlichen Einfluß auf die weitere Geschichte des Krieges. Es kam daher zu einem nie zuvor dagewesenen Wettrüsten. Es war in der Folgezeit daher ein dauernd wechselnde technische Überlegenheit der einen oder anderen Seite möglich und somit hatten beide Seiten mehrere Perioden der Luftüberlegenheit, bis jeweils wieder ein neues besseres Flugzeug entwickelt war.
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