Fokker F.3


Fokker F.3

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h; Reisegeschw. 135 km/h; 240 PS Armstrong Siddeley Puma Sechszylinder Reihenmotor
Steiggeschwindigkeit: keine Angaben
Dienstgipfelhöhe: keine Angaben
Spannweite: 17,62 m
Länge: 11,07 m
Gewicht: Leergewicht: 1.200 kg, max. Startgewicht: 2.000 kg
Einsatztyp: Transportflugzeug für 5 Passagiere
Einsatzdauer: 5 Std.
Anmerkungen: Die aus der F.2 weiterentwickelte Fokker F.3 hatte einen kürzeren Rumpf, und in ihrer gepolsterten Komfortkabine fanden fünf Passagiere Platz. Der Pilot befand sich in einem nach rechts versetzten, offenen Cockpit, dessen rückwärtiger Teil in die Flügelvorderkante eingeformt war. Die Eindecker-Tragfläche mit dickem Querschnitt war selbsttragend konstruiert, das starre Kreuzachsenfahrwerk hatte Einzelräder, und im Vergleich zur F.2 war das Seitenruder höher. Der von einem 185 PS BMW IIIa Motor angetriebene Prototyp wurde Anfang April 1921 in Schwerin erstmals geflogen und eröffnete am 14. April die KLM Flüge dieses Jahres. Der Typ wurde auch auf dem 1921er Saison de l‘ Aeronautique in Paris ausgestellt, wo er eine gemischte Aufnahme fand, da sich Fokker während des I. WK auf der Seite Deutschlands befunden hatte. Später wurde die F.3 jedoch Mitte der 20er Jahre zu einem der wichtigsten europäischen Flugzeuge. Von den 31 von Fokker gebauten F.3 gingen 12 von 240 PS Armstrong Siddeley Puma Motoren angetriebene F.3 an die KLM. Sie wurden ab 1921 intensiv auf den Strecken eingesetzt, die Amsterdam, Rotterdam und Croydon in England miteinander verbanden. Sie flogen auch auf der Strecke von den Nierderlanden nach Bremen und Hamburg. Zu den weiteren Kunden zählte die Dt. Luftreederei, die eine in Danzig zugelassene Maschine mit einem BMW IIa Motor flog, sowie die ungarische Gesellschaft MALERT, die vier F.3 mit BMW IIIa und 2 mit 230 PS Hiero Motoren auf den Strecken von Budapest nach Wien und Graz einsetzte. Eine F.3 wurde in Nordamerika vorgeführt; hatte jedoch nur bedingten Erfolg, und es wurden lediglich 2 Exemplare dorthin verkauft. Später baute Fokker die F.3 mit einem 360 PS Rolls-Royce Eagle Triebwerk, bei der das Pilotencockpit nach links versetzt wurde und von der einige Maschinen als abgestrebte Hochdecker ausgeführt wurden. Die Deruluft, die der UdSSR und Deutschland gemeinsam gehörte, erwarb 10 dieser von Eagle Motoren angetriebenen F.3, und 2 Maschinen wurden 1922 von der KLM in Dienst gestellt. Letztere Maschinen wurden 1925 mit 400 PS Gnome-Rhone Jupiter VI Sternmotoren ummotorisiert und auf der Strecke Amsterdam – Paris geflogen. 1926 wurden 5 verbliebene F.3 an die Schweizer Gesellschaft Balair verkauft und im Verband zur Auslieferung nach Basel geflogen. 1923 lief im Werk Staaken die Produktion der F.3 in Deutschland an, und die Deutsche Aero Lloyd kaufte zumindest 20 dieser mit Fokker Grulich F.3 bezeichneten Flugzeuge. Einige wurden von 250 PS BMW IV Motoren angetrieben, während andere Armstrong Siddeley Puma hatten. Mehrere Exemplare wurden später mit 320 PS BMW Va Motoren umgerüstet und mit F.3c bezeichnet. Als 1926 die Dt. Luft Hansa gegründet wurde, übernahm sie 16 F.3, die damals Hamburg und Amsterdam bedienten und überstellte sie zum Kurzstreckendienst zwischen den norddt. Küstenstädten; später wurden sie im nationalen Frachdienst eingesetzt. Zwei F.3 wurden 1929 an die Gesellschaft British Air Lines Ltd. in Croydon verkauft.

Varianten:

Grulich V1: obwohl die in Deutschland gebauten F.3 vers. geringfügige Änderungen hatten, unterschieden sie sich, abgesehen von dem Triebwerk, äußerlich nicht von den niederländischen F.3; bei der Grulich V1 waren jedoch Rumpf, Leitwerk und Fahrwerk umkonstruktiert, und als Triebwerk diente zunächst ein Rolls-Royce Eagle VIII Motor; später hatte die Maschine einen Gnome-Rhone Sternmotor ohne Verkleidung und wurde in V1a umbenannt; sie flog für die dt. -russ. Deruluft.

Grulich V2: der V1 ähnlich, jedoch mit F.3 Fahrwerk und vermutlich von einem BMW IV Motor angetrieben.