Fokker F.1 u. F.2

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h; Reisegeschw. 120 km/h, 185 PS BMW IIIa Sechszylinder Reihenmotor
Steiggeschwindigkeit: keine Angaben
Dienstgipfelhöhe: keine Angaben
Spannweite: 16.10 m
Länge: 11,65 m
Gewicht: Leergewicht: 1.200 kg, max. Startgewicht: 1.900 kg
Einsatztyp: ein Transportflugzeug für 5 Passagiere
Einsatzdauer: Reichweite  1.200 km
Anmerkungen: Die erste kommerzielle Konstruktion von Reinhold Platz war die Fokker F.1, ein Hochdecker mit offenen Cockpit für Pilot und Passagiere. Um den Passagieren eine bessere Unterbringung zu bieten, verwarf Platz die Weiterentwicklung der F.1 und konstruktierte statt dessen den Prototypen der F.2. Genau wie die F.1 wurde die F.2 in den Fokker Werken in Schwerin gebaut. Sie flog im Oktober 1919 zum ersten Mal und erhielt die dt. Zivilregistrierung D-57. Nach der Entscheidung Fokkers, die Geschäftstätigkeit in die Niederlande zu verlegen, wurde der Prototyp der F.2 von Bernard de Waal am 20. 03.1920 illegal aus Deutschland ausgeflogen. Die F.2 erwies sich als eines der ersten verwendbaren Passagierflugzeuge der Welt, und es wurden rund 30 Exemplare hergestellt, von denen die meisten bei Grulich in Deutschland gebaut wurden; allerdings stellten auch die Niederländischen Flugzeugwerke in Nord-Amsterdam und das neue Fokker Werk in Veere die Maschinen her. Es wird auch angenommen, daß drei Serienmaschinen in Schwerin fertiggestellt wurden. Der selbsttragende dicke Holzflügel, der ursprünglich für die F.1 vorgesehen war, wurde an der Oberseite des sich zum verstrebten Höhenleitwerk hin verjüngenden F.2 Rumpfes, der einen rechteckigen Querschnitt hatte, angeschraubt. Eine starre Hechflosse war nicht vorhanden, und das Seitenruder war relativ klein. In einer Kabine unter dem Flügel fanden vier Passagiere Platz, während der Pilot sowie ein fünfter Passagier in einem offenen Cockpit unmittelbar vor der Kabine saßen. Die F.2 hatte ein Kreuzachsenfahrwerk mit Gummi-Stoßdämpfern. Die Fokker-Grulich F.2, von der mind. 19 Exemplare gebaut wurden, hatte ein besser ausgelegtes Cockpit, neukonstruktierte Kabinenfenster und ein verstärktes Fahrwerk. Ing. Karl Grulich war der techn. Leiter der Dt. Aero Lloyd (D.A.L.), und seine Version der F.2 wurde von dieser Gesellschaft geflogen. Die Tragflächen der Grulich F.2 wurden von Albatros gebaut, und den Rumpf stellte D.A.L. her, wo auch die Endmontage durchgeführt wurde. Die in Veere und Schwerin gebauten F.2 hatten BMW IIIa Motoren, die Grulich Versionen hatten jedoch 250 PS BMW IV Triebwerke. Die meisten der Grulich Maschinen wurden mit dem 320 PS BMW Va ummotorisiert und in F.2b umbenannt. Die drei in Schwerin gebauten F.2 Serienmaschienn wurden in der Freien Stadt Danzig zugelassen und von der Dt. Luftreederei - Fluglinie geflogen. In den Nierderlanden gebaute F.2 flogen von 1920-1927 bei der staatl. Fluggesellschaft KLM, und zwei Maschinen wurden an die belgische Fluglinie SABENA verkauft, wo sie im Dienst zwischen Brüssel und Antwerpen eingesetzt wurden. Eine in den Niederlanden gebaute F.2 hatte einen 240 PS Armstrong Siddeley Puma-Motor, und eine Maschine wurde kurzzeitig mit einem BMW IV geflogen. Am dauerhaftesten waren die Fokker-Grulich F.2b, die 1926 zusammen mit einigen F.2 von der neu gegründeten Dt. Luft Hansa übernommen wurden. zehn dieser Maschinen blieben bis 1934 auf Zubringerstrecken im Einsatz.


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