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Das Ende des Weltkrieges

"Es gab gefährliche Hunnen, Zirkusse wie den Richthofens...(doch) die deutsche Angewohnheit, die besten Piloten in die Zirkusse abzuziehen, ließ nur sehr Gewöhnliche unter den gewöhnlichen Leuten übrig."

Yeates, 46. Geschwader

TEIL 1

Die alliierten Bodenangriffe des Frühlings 1917 waren überwiegend erfolglos und hinterließen die französische Armee sogar am Rande der Meuterei. Deshalb starteten die Briten eine Reihe von Offensiven in Flandern um den Druck auf die Franzosen zu nehmen. Ihren Höhepunkt erreichten sie in der dritten Schlacht von Ypres. Im Oktober dann kamen die britischen Angriffe vor Passchendaele zum erliegen. Die Dritte Schlacht von Ypres endete schließlich am 10. November 1917, und es schien damit auch das Ende der heftigen Bodenkämpfe in diesem Jahr zu kommen. Die Briten hatten allerdings noch einen Trumpf im Ärmel und so begann am 20. November 1917 ein Überraschungsangriff bei Cambrai. Nach einem Blitzsperrfeuer begannen die Briten den Ansturm mit 374 Panzern, 102 wurden noch in Reserve gehalten und der Unterstützung durch Kampfflugzeuge die zum Bodenkampf eingesetzt wurden.

Erbeuteter Britischer TankZu Anfang schien diese neuen Offensive erfolgreich, da die Deutschen durch die schlechten Sichtverhältnisse kurz vor einem Zusammenbruch standen. Doch durch die deutsche Abwehr insbesondere im Wald von Bourlon und in Flesquires sowie die schlechte Koordination der Briten konnte kein Durchbruch erfolgen. Besonders die deutsche Artillerie, die beste Waffe gegen die Panzer, trug zum Erliegen des Ansturm bei und feuerte teilweise so lang bis sie überrollt wurden. Am Ende des Tages waren 65 Panzern zerstört, 71 waren stehengeblieben und 43 blieben in den Gräben stecken. Trotzdem führten die Briten den Angriff bis zum 25. fort. Am 30. begannen die Deutschen nach einem einstündigen Sperrfeuer, unterstützt durch spezielle Sturmtruppen und Bodenkampfflugzeugen, den Gegenangriff. Die Deutschen wurden aber durch den verstärkten Nachschub der Briten gestoppt und somit endete die Schlacht am 6. Dezember.

Das Ergebnis war für beide Seiten unerfreulich, den beide blieben an Ihrer zuvorgehenden Ausgangsposition. Für den Luftkampf über Cambrai hatten die Briten 300 Flugzeuge in der Region versammelt, wovon 134 Kampfflugzeuge waren. Auf deutscher Seite wurde nur die Jasta 5 mit Unterstützung der Jasta 12 und 37 eingesetzt. Zum Glück war Jasta 5 das drittbeste in der deutschen Luftwaffe mit 251 Siegen. Am 23. wurde zur Verstärkung noch das JG 1 eilig in das Gebiet verlegt und reagierte somit auf die Entsendung des 56. Geschwaders der Alliierten. Es war somit keine Seltenheit, daß bis zu 50 Maschinen über dem Wald von Bourlon in einen erbitterten Luftkampf verstrickt waren. Die Verluste waren somit beträchtlich und die britischen Bodenangriffsmissionen mußten teilweise Verluste bis zu 30% hinnehmen. Trotzdem wurden die Angriffe fortgesetzt, da man glaubte hiermit den Kampf am Boden beeinflussen zu können. Die restlichen Wintermonate gingen relativ ruhig vorüber, dem man rüstete sich schon auf beiden Seiten für den kommenden Kampf im Jahr 1918. So erhofften sich die Deutschen von dem Zusammenbruchs Rußland, die dort gebundenen Einheiten in die Schlachten der Westfront zu verlagern und dort effektiv einzusetzen.

Auf alliierter Seite erhoffte man sich durch den Eintritt der USA, der allerdings schon im April 1917 geschah, neue große Reserven und somit kriegsentscheidende Entscheidungsschlachten. Die Deutschen hatten somit nicht gerade rosige Aussichten und so wollten sie möglichst schnell eine Entscheidungsschlacht, vor dem effektiven Eingreifen der USA, führen. Der ursprüngliche Plan bestand darin, auch genannt Ludendorff Offensive, einen möglichst schnellen Keil zwischen die Briten und Franzosen zu treiben. Hierzu sollten wie schon in der Schlacht von Cambrai, spezielle Sturmtruppen und Bodenkampfflugzeuge den Vorstoß durchführen. Am 21.03.1918 wurde deshalb die Offensive gestartet und es sah am Anfang ganz nach einem überzeugenden Erfolg aus. Es schien zunächst daß die Briten vor dem Ansturm zusammenbrechen würden und so machten die Deutschen auf Kosten von Tausenden Geländegewinne. Entlang eines Abschnitts von 100 km überrannten die deutschen Sturmtruppen die alliierten Stellungen und die Briten zogen sich auf die Kanalhäfen zurück während die Franzosen Paris verteidigten.

Es sah jetzt für eine Weile ganz nach einem Sieg der Deutschen aus, aber dann wurden von dem alliierten Kommandeur Ferdinand Foch die Reserven in die Schlacht geworfen. Wie erhofft konnte der deutsche Vormarsch, nachdem Nachschubprobleme aufgetreten waren, am 5. April gestoppt werden. Allerdings erst nach einem deutschen Gebietsgewinn von 65 km. Am 9. April erfolgte der zweite Angriff der Deutschen zum größtenteils gegen die Briten. Dieser wurde allerdings nach anfänglichen Erfolgen durch den Eingriff der britischen Reserven, am Ende sollten 100.000 britische Soldaten gestorben sein, gestoppt. Der dritte deutsche Ansturm erfolgte dann am 27. Mai gegen die franz. Armee bei Chemin-des-Dames. Dieser Angriff sollte erfolgversprechender ausgehen, den die schon angeschlagene 6. franz. Armee wich zurück und brach am Ende schließlich zusammen. Die Deutschen verfolgten die flüchtenden Franzosen in Richtung Marne und sollte bis in die Ausläufe der Vororte von Paris noch gelangen. In einer kleinen Stadt namens Chateau Thrierry wurde aber sie plötzlich gestoppt. Den hier trafen die Deutschen auf ihre ärgste Befürchtung, das 6. Regiment der US Marines, die Amerikaner, sie waren schon vor der alles entscheidenden Schlacht rechtzeitig in Frankreich eingetroffen. Das Rennen gegen die Zeit war daher für die Deutschen verloren und die kommenden Schlachten sollten nicht mehr so glücklich für sie verlaufen.

Abgestürztes franz. FlugzeugAls im März die deutsche Offensive am Boden begann gewann natürlich die Luftvorherrschaft wieder zunehmend an Bedeutung. So wurde auf deutscher Seite das sog. Amerika Programm in Kraft gesetzt. Dieses Programm sah die Verdoppelung der Jasta von 40 auf 80 vor, wobei viele Jastas nur aus 8 oder 9 Flugzeugen bestanden und meistens noch unterlegene Maschinen vom Typ Albatros D V oder Pfalz D III flogen. Trotz einer geplanten Erhöhung der Flugzeugproduktion und der Einrichtungen für die Pilotenausbildung konnten viele Jastas nie die volle Kampfstärke erreichen. Außerdem wurden die Zweisitzer Bodenangriffeinheiten in sog. Schlachtstaffeln konzentriert und vergrößert. Für den verstärkten Luftkampf bildete man aus den Jastas noch zwei zusätzliche Jagdgeschwader, JG 2 (Jasta 12,13,15,19) und JG 3 (Jasta 2, 26,27,36). Leider blieb die Ausrüstung der Jastas gleich und so konnte sogar der Fokker Dr. 1 in vielen Einheiten seinen Wiedereintritt, nach den Problemen im Herbst 1917, feiern. Allerdings blieb er nach wie vor nur als Behelfsmaßnahme bis die neuen Fokker D. 7 oder später D. 8 eintreffen sollten. Diese Vorgehensweise führte dazu, daß es durchaus in vielen Jastas üblich war wenn bei Formationen gemischte Flugzeugtypen zu sehen waren. Das RFC konnte sich beruhigend auf das Frühjahr freuen, den fast alle Kampfgeschwader hatten die neuen Typen namens SE5a, Camel, Spad XIII oder Sopwith Dophin bekommen.

Man hatte also aus den Verlusten des Jahres 1917 (Blutiger April) seine Lektionen gelernt und die Anführer waren davon überzeugt die Deutschen in der Luft und am Boden besiegen zu können. So wurde die Politik der unaufhörlichen Offensive beibehalten und normale Kampfflugzeuge für den Bodenkampf eingesetzt. Die speziellen Schlachtgeschwader der Deutschen stellten sich nämlich 1918 als sehr verlustreich heraus da sie sich praktisch in der Luft fast allen alliierten Flugzeugen als unterlegen zeigten. Als die Schlacht am Boden endlich begann wurden auf deutscher Seite insgesamt 1.680 Flugzeuge gegen die Briten versammelt, davon 730 zur Unterstützung der Attacke, was schließlich nur 367 für den Kampf gegen die Franzosen übrigließ. JG 1 und JG 2, welches im Norden von Ypres sich befand, wurden beide gegen die Briten eingesetzt. JG 3 war für die Grenze zwischen den Briten und Franzosen vorgesehen. Das RFC konnte hingegen in der von den Deutschen gewählten Region 579 Flugzeuge einsetzen. Die auf deutscher Seite neu eingesetzten Infanterie Kriegsflugzeuge, wie z. B. Halberstadt CL II oder Hannover CL III, sollte für die Unterstützung der Bodentruppen sorgen. Sie waren zusätzlich mit nach unten gerichteten MGs und einer Panzerung, die Motor und Besatzung schützte, ausgestattet und griffen im Tiefflug feindliche Stellungen zusätzlich mit Bomben an. Trotz der hilfreichen Unterstützung durch diese Einheiten mußten im zunehmenden Maße mit hohen Verlusten in den Schlastas gerechnet werde.

Zwischen Mitte März und Mitte Mai gingen daher 470 Flugzuge, davon 135 Jagdflugzeuge, verloren. Diese Verluste konnten von den deutschen Produktionszahlen nicht gefüllt werden. Trotzdem konnten die Jastas weiterhin viele Maschinen der Alliierten abschießen. Um den zahlenmäßigen Rückstand beheben zu können gingen die Deutschen dazu über ihre Kräfte nur in bestimmten Gebieten zu konzentrieren. So gelang es Ihnen in diesen Regionen die Luftherrschaft zu erreichen. Die Deutschen waren z. B. während der ersten Tage der März Offensive über einen Abschnitt von 100 Km den Briten überlegen und trafen in einen Zeitraum von 10 Tagen bis zu 478 britische Flugzeuge. Ende März war die Zahl schon auf 1302 gestiegen, wobei die meisten Aufklärer und Bodenkampf Flugzeuge waren. Trotzdem hatte die Briten noch genügend Reserven und brachten daher nagelneue Ersatzeinheiten an die Westfront. Sie hofften die Deutschen früher oder später durch Quantität statt Qualität zu besiegen. Trotz dieser positiven Bilanz der deutschen Seite und der notwendigen Unterstützung der Bodentruppen, zögerten die meisten Jastas sich von Ihrer defensiven Taktik zu lösen und die Chance die sich boten wahrzunehmen. So wurden die meisten Kämpfe weiterhin von der sehr erfolgreichen Elite Einheit JG 1 durchgeführt. Von Richthofen erzielte während dieser ersten deutschen Attacke 9 Siege und kam auf eine Gesamtzahl von 75. Doch das JG 1 konnte nicht überall sein.

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