Ernst Udet

26.04.1896 - 17.11.1941


Ernst Udet
Siege: 62
Orden: Pour Le Merite, Ritterkreuz des Königlichen Hausorden von Hohenzollern mit Schwertern, Eisernes Kreuz erste und zweite Klasse
Einheit: FAA 206, FA 68, KEK H, Jasta 15, 37, 11, 4
Rang: Oberleutnant
Flugzeug: Albatros DIII, Fokker Dr. 1, Fokker D VII
Das zweitgrösste Ass der Deutschen war Ernst Udet(geboren 26.04.1896 in Frankfurt am Main). Er überstand den I. Weltkrieg mit 62 Siegen. Zur Fliegerei kam er sehr früh, da er durch einen verständnisvollen und reichen Vater die Fliegerei vor dem Eintritt in die Armee lernen konnte. Am 21.08.1914 trat er, nachdem er sich schon mehrmals vergeblich gemeldet hatte, in den Krieg als Motorradkurier (26. württembergische Reserve Division) ein, wurde aber schnell zur Luftwaffe als Zweisitzer-Pilot abkommandiert.

Am 18.03.1916 wurde er zur Fliegerabteilung 68 (später Kek Habsheim) versetzt. Seinen ersten Sieg erreichte er in einem Fokker-Eindecker im März 1916. Udet war ein guter aber auch leichtsinniger Pilot. Er brachte seine Maschine oft in sehr extreme Situationen. Nach dem er wieder einmal sein Flugzeug beschädigt hatte, wurde er sogar als Strafe, 7 Tage in das Gefängnis gebracht. Udet wurde danach am 28.09.1916 zum 15. Jasta versetzt. Am 15. April hatte er schon 5 Siege und wurde jetzt als Ass betrachtet. Im Juni übernahm er kurzfristig das Kommando von Jasta 37, in das er am 19.06.1917 auf eigenem Wunsch versetzt worden war, als sein Kommandant abgezogen wurde.

Im August 1917 übernahm er dann das Kommando von Jasta 37. Im März 1918 hatte er schon 20 Siege erreicht. Richthofen besuchte Jasta 37 und nahm Udet in sein Jasta 11 (Eintritt 23.3.1918)mit. Er bekam daraufhin den neuen Dreidecker Fokker Dr. 1. Im April mußte er ins Krankenhaus da er Probleme mit seinen Ohren bekam. Nach seiner Gesundung kam er zu seinem Jagdgeschwader gerade zurück als kurz zuvor Richthofen abgeschossen wurde. Am nächsten Tag wurde er aber gleichfalls abgeschossen, als er versuchte zu seinen Linien zurückzukehren. Am 23.04.1918 schließlich erhielt er ein Telegramm vom Kaiser in dem ihm die Verleihung des Ordens Pour le mérite  bestätigt wurde. Einen Tag später übernahm er das Kommando von Jasta 4. Seine letzten beiden Siege 61. und 62. war gegen zwei amerik. D.H.4s. Einige Tage später war Deutschland am Boden und der Krieg zu Ende.

Nach dem Krieg wurde er Test-Pilot, Kunstflieger, Rennfahrer, Unternehmer (siehe hierzu auch die Flugzeugseite, Gründung 1922 in München) sowie Schauspieler (1929 ein Film von Arnold Fanck und G. W. Pabst, Filmpartnerin: Leni Riefenstahl "Weißen Hölle von Piz Palü") und trat in den 20er Jahren verstärkt erfolgreich auf verschiedenen Luftveranstaltungen im In- und Ausland auf. Auf einer dieser Veranstaltungen flog er mit einem Eindecker unter den Isar Brücken in München hindurch oder vollführte einen Looping mit abgeschalteten Motor, wobei er die beim Sturzflug gewonnene Geschwindigkeit geschickt ausnutzte. Außerdem brachte er es fertig ein an einem Stock befestigtes Taschentuch mit seinen Flügelspitzen aufzunehmen. Udet war  somit eine seltene Kombination aus einem großartigen Flieger - Naturtalent und eines Taktikers was sicher Ihm verhalf den ersten Weltkrieg zu überlebten.

Während des 2. Weltkrieg wurde er von Hermann Göring, der auch im Ersten Weltkrieg Jagdflieger war, zum Generalluftzeugmeister, Chef des techn. Büros der dt. Luftwaffe (1935 trat Oberst Udet. in das Reichsluftfahrtministerium ein und avancierte 1936 zum Leiter des Technischen Amtes) ernannt und an Göring scheiterte er auch. Während dieser Zeit war er maßgebend an der Einführung und Entwicklung des Sturzkampfflugzeugs (Abkürzung "Stuka" - hierbei wurde auch eine von Ihm erfundene Sirene eingesetzt) Ju 87 verantwortlich. Sein Rüstungskonzept zum Einsatz von Jägern, Sturzkampfjägern (Stukas) und leichten Bombern ging aber nur in der ersten Phase des Zweiten Weltkrieges auf. Für das Scheitern der Luftschlacht um England von Hitler und Hermann Göring (1893–1946) verantwortlich gemacht, wählte er im November 1941 den Freitod.

Der am 26. April 1896 in Frankfurt am Main geborene Udet war nie der große Militär und Manager, als der er oft gesehen wurde. Jahrelang flog er selbst am liebsten Flugzeuge mit offenem Führersitz. Als ihm erstmals die berühmt gewordene Me 109 vorgestellt wurde, klärte er stirnrunzelnd den mit ihm befreundeten Konstrukteur Professor Willy Messerschmitt auf: "Das wird nie ein Jäger. Der Pilot braucht einen offenen Führersitz. Er muß doch die Geschwindigkeit spüren."

Zur dramatisch-literarischen Figur aber machte ihn der deutsche Emigrant Erich Zuckmayer (1896–1977) 1946 ("Des Teufels General") nicht zuletzt wegen seines Todes: Ernst Udet, dem sein berühmtes jungenhaftes Lachen längst vergangen war, schoß sich in den Morgenstunden des 17. November 1941 in Berlin, fünf Monate nach Beginn des Rußlandfeldzuges, eine Kugel durch den Kopf. Da war er gerade 45 Jahre alt. Seinen Freitod verschwieg das NS-Regime dem Volk. Statt dessen gab es ein Staatsbegräbnis.

In offizieller Version stellte sich sein Ende so dar: "Generalluftzeugmeister Generaloberst Udet erlitt am Montag, dem 17- November 1941, bei Erprobung einer neuen Waffe einen so schweren Unglücksfall, daß er an den Verletzungen auf dem Transport verschied...". Der Tod des Autors von "Mein Fliegerleben", nahm dem Buch nicht die offizielle Popularität. Es erschien fortan mit einem Abdruck der Trauerrede und einem Tagesbefehl Görings zur Taufe eines Jagdgeschwaders auf den Namen des Idols (mehr Informationen siehe unten).

Udet, Ernst, Vorwort und Schlußkapitel seines Buches "Mein Fliegerleben" (Auflage über 300000 Exemplare)

Aufschlußreich für das Denken der damaligen Zeit sind Vorwort und Schlußkapitel seines Buches "Mein Fliegerleben", erschienen im Deutschen Verlag Berlin (1935 gedruckt im Ullstein - Verlag, Berlin) Anmerkung des Webmasters: Die Auszüge sollen zum Nachdenken meiner Leserschaft anregen bzw. das damalige Denken näher bringen bzw. verdeutlichen und dienen daher nur zur Dokumentation. Im übrigen verweise ich auf meine Hinweise in der Infopage (nicht, dass noch falsche Gedanken aufkommen).

Vorwort:

"Ich schreibe dieses Buch für die Jugend, die nach uns kommt. Denn sie wird einst der Richter unserer -Taten sein. Ich widme es meinen toten Kameraden. Denn sie haben das Beste von uns allen getan. Und wenn ich sonst noch einen Zweck mit diesem Buch verbinde, so ist es der: ich möchte zeigen, daß es das Schicksal jeden von uns in die eigene Hand gegeben hat, ob wir Krämer sein wollen oder Soldaten, ob wir das Leben genießen wollen oder unser Glück für nichts achten vor einer Idee, die die kleine Barke unseres Daseins in den ewigen Strom der Geschichte hinausträgt."

Ausklang:

"Die Generation, der ich angehöre, ist durch den Krieg (Anm.: den ersten Weltkrieg) geformt worden. Er traf uns in den entscheidenden Jahren. Die Schwachen sind daran zerbrochen. In ihnen ist nichts zurückgeblieben als lähmendes Entsetzen. In uns anderen aber - und hier spreche ich für fast alle Frontsoldaten - ist der Lebenswille härter und stärker geworden. Ein neuer Lebenswille, der weiß, daß das Dasein des einzelnen nichts, das Leben und die Zukunft der Gemeinschaft alles bedeutet. Vierzehn Jahre lang haben wir diese Erkenntnis durch eine fremde Welt getragen. Sie verstanden nichts von der Größe unseres neuen Glaubens. Sie wollten nichts wissen von den harten Tugenden des Soldaten, Kameradschaft, Pflichterfüllung und dem Geist des letzten Opfers. Wir waren fremd unter ihnen und arbeiteten ums Brot. Ich bin geflogen, um zu leben. Aber zugleich hatte ich die Hoffnung, durch meine Arbeit den Gedanken der deutschen Luftfahrt wachzuhalten. Ich bin in fremden Erdteilen gewesen. Überall habe ich Kameradschaft gesucht. Ich habe gesucht und habe sie gefunden, in Deutschland, in Amerika, im afrikanischen Busch und im Eise Grönlands: Fliegerkameradschaft!... Aber insgeheim war in mir und in uns allen die Sehnsucht, den Geist, der uns geformt hat, als lebendige Macht wirken zu sehen in dem Volke, dem wir zutiefst verbunden sind. Das ist geschehen, und deshalb schließe ich dieses Buch. Denn mein eigenes Leben ist unwesentlich geworden, ist eingeströmt in den Fluß unseres gemeinsamen deutschen Schicksals. Wir sind Soldaten ohne Fahne gewesen. Wir haben unsere Fahne wieder aufgerollt. Der Führer gab sie uns zurück. Für die alten Soldaten lohnt es sich wieder, zu leben."

Es ist ein Bild verfügbarHier sehen Sie Ernst Udet im Jahre 1918 vor seiner Fokker D VII.

Es ist ein Bild verfügbarUdets Fokker D VII.mit seinem Spruch "Du doch nicht" am Heck. Außerdem sind hier die seitlich angebrachten Kurzzeichen "LO" zu Ehren seiner Freundin zu erkennen.

Es ist ein Bild verfügbarEine Karikatur zu Ehren seines Weltrekordes. Am 05.06.1938 flog er als General der Luftwaffe, der Testpilot war ausgefallen, Geschwindigkeitsweltrekord. Er flog eine Teststrecke mit 634,320 km/h und hatte damit den bisherigen Weltrekord um 80 Stundenkilometer überboten. Der Text auf dieser Karikatur lautet ungefähr:

5. Juni 1938
Weltrekordflug von General Udet auf He 100 100Km in 9 Min. und 27 Sek.
 vo. 634,73 Km/h Warum so eilig?


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