Albert Ball

 


Albert Ball

14.08.1896 – 07.05.1917


Albert Ball

Siege: 44
Orden: Dist. Serv. Ord. & 2 Bars, Mil. Cross, Rssn. Ordr. of St. George
Einheit: 8, 11, 13, 56, 60
Rang: Captain
Flugzeug: Nieuport 17, SE5a
Albert Ball trat zu Kriegsbeginn 1914 im Alter von 18 Jahren in die Armee ein. Er brachte es bei den Sherwood Foresters bis zum Leutnant. Im Januar 1916 wechselte er zum RFC über und wurde nach zwei Wochen der 13. Staffel Frankreich zugeteilt, um die BE2c zu fliegen. Er hätte seine Karriere zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt beginnen können. Seine Aufgabe, Artillerie-Aufklärungseinsätze in einer verwundbaren BE2c zu fliegen, als die Fokker-Eindecker die absolute Lufthoheit hatten, schien sein Schicksal bereits als Fokker-Futter besiegelt zu haben. Doch er hatte Glück und wußte es zu nutzen. Es gelang ihm sogar, mit seinem Einsitzer eine zweisitzige Albatros vom Himmel zu holen, woraufhin er in ein Kampfgeschwader versetzt wurde. Ball bekam eine Nieuport „Scout“ und bewies schon bald, daß er ein großartiger Kampfpilot war. Er war ein Einzelgänger, der am liebsten ohne fremde Hilfe zurechtkam. Er entwickelte eigene Kampftaktiken, die recht ungewöhnlich, oft sehr gefährlich waren und beinahe selbstmörderische Züge aufwiesen. Doch der Erfolg gab ihm recht. Er kämpfte und flog ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben. Oftmals kehrte er mit einer völlig durchlöcherten Maschine zu seinem heimatlichen Flughafen zurück. Es war gefährlich, ihm in der Luft zu nahe zu kommen. Bei einem Luftkampf traf Ball auf zwei Albatrosse über den feindlichen Linien. In einem kurzen Gefecht erlitten die beiden deutschen Flugzeuge leichte Schäden und drehten ab. Ball verfolgte sie und verschoß seine gesamte Munition. Er war so wütend über die Flucht seiner Gegner, daß er sie sogar mit seinem Revolver unter Beschuß nahm, doch die beiden Albatrosse konnten schließlich sicher landen. Ball beließ es jedoch nicht dabei. Er warf eine Nachricht über dem feindlichen Hangar ab, daß er am nächsten Tag wiederkommen würde, um den Kampf zu beenden. Am nächsten Tag flog Ball auch tatsächlich die feindlichen Basis an und traf in der Luft erneut auf die beiden Albatrosse. Er hängte sich sogleich an das Heck einer seiner beiden Gegner. Plötzlich peitschten Kugeln durch die Luft. Als er seinen Kopf drehte, entdeckte er drei weitere ungeladene Gäste hinter sich. Die Falle hatte zugeschnappt, und seine Chancen standen fünf zu eins. Der Kampf war hart und gnadenlos, aber schließlich mußte Ball der Chancenungleichheit Tribut zollen; seine Munition ging zuneige. Ball entschied sich zu einem letzten, verzweifelten Manöver. Er begann, seine Maschine in wilden Kreisen der Erde entgegentrudeln zu lassen, und riß erst im allerletzten Moment den Steuerknüppel hoch, um äußerst unsanft auf dem Boden aufzusetzen. Die Deutschen waren überzeugt davon, daß sie ihn getroffen und verletzt hatten. Da sie ihn unbedingt lebend wollten, setzten zwei Maschinen zur Landung an, während die anderen nach Hause abdrehten, um die glorreiche Botschaft der Gefangennahme des britischen Fliegerasses zu verkünden. Aber Ball war nicht verletzt. In dem Moment, in dem die Deutschen auf ihn zugerollt kamen, gab er Vollgas, hob wieder ab und entkam ihnen. Ball erkannte und akzeptierte einen gleichwertigen Gegner. Einmal lieferte er sich mit einem unbekannten Piloten ein einsames Gefecht in den Wolken. Beide kämpften tapfer und verbissen. Beide bedienten sich dabei jedes Tricks, an den sie sich erinnern konnten. Sie waren sich ebenbürtig, einer genauso kühl und besonnen wie der andere, und nach einiger Zeit ging die Munition aus. Normalerweise hätte Ball in so einer Situation nun versucht, den Gegner zu rammen, doch diesmal tat er es nicht. Beide flogen Seite an Seite, lachten, winkten einander zu und drehten dann ab. Später schrieb er: Dieser Hunne war ein echter Sportsmann. Im Alter von 19 Jahren wurde Ball Kapitän und bekam ein eigenes Kommando zugeteilt. Diese neue Verantwortung zwang ihn orthodoxere Luftkampftaktiken anzunehmen. Er widmete seine Aufmerksamkeit daher mehr der Geschwindigkeit seiner Maschine und entwarf eine stromlinienförmige Aluminiumkegel als Propelleraufsatz, den er rot anstrich. Obwohl farbige Markierungen beim RFC eigentlich nicht erlaubt waren, duldete man Balls Vorgehen stillschweigend. Die rote Flugzeugspitze wurde somit Balls Markenzeichen. Am frühen Nachmittag des 07. Mai 1917 nahm Ball an einem Patroullienflug mit 10 anderen Fliegern teil. nur 5 von ihnen kehrten zurück – Ball war nicht darunter. Man hatte ihn in der Schlacht das letzte Mal gesehen, als er auf der Verfolgungsjagd eines roten Doppeldeckers in die Wolken abtauchte. Die Deutschen behaupteten zwar, daß der Abschuß auf das Konto Richthofens Staffel ging  bzw. Lothar von Richthofen. Es gibt bis heute jedoch keinen exakten Beweis für die deutschen Angaben, obwohl sich seine 56. Staffel sicherlich mehrmals kurze Gefechte mit Richthofens Jagdstaffel geliefert haben muß.

Schleife Luftfahrtarchiv © 2017