1914 – 1918 Das Ende des Weltkrieges

„Es gab gefährliche Hunnen, Zirkusse wie den Richthofens…(doch) die deutsche Angewohnheit, die besten Piloten in die Zirkusse abzuziehen, ließ nur sehr Gewöhnliche unter den gewöhnlichen Leuten übrig.“
Yeates, 46. Geschwader
TEIL 1

Die alliierten Bodenangriffe des Frühlings 1917 waren überwiegend erfolglos und hinterließen die französische Armee sogar am Rande der Meuterei. Deshalb starteten die Briten eine Reihe von Offensiven in Flandern um den Druck auf die Franzosen zu nehmen. Ihren Höhepunkt erreichten sie in der dritten Schlacht von Ypres. Im Oktober dann kamen die britischen Angriffe vor Passchendaele zum erliegen. Die Dritte Schlacht von Ypres endete schließlich am 10. November 1917, und es schien damit auch das Ende der heftigen Bodenkämpfe in diesem Jahr zu kommen. Die Briten hatten allerdings noch einen Trumpf im Ärmel und so begann am 20. November 1917 ein Überraschungsangriff bei Cambrai. Nach einem Blitzsperrfeuer begannen die Briten den Ansturm mit 374 Panzern, 102 wurden noch in Reserve gehalten und der Unterstützung durch Kampfflugzeuge die zum Bodenkampf eingesetzt wurden.
Zu Anfang schien diese neuen Offensive erfolgreich, da die Deutschen durch die schlechten Sichtverhältnisse kurz vor einem Zusammenbruch standen. Doch durch die deutsche Abwehr insbesondere im Wald von Bourlon und in Flesquires sowie die schlechte Koordination der Briten konnte kein Durchbruch erfolgen. Besonders die deutsche Artillerie, die beste Waffe gegen die Panzer, trug zum Erliegen des Ansturm bei und feuerte teilweise so lang bis sie überrollt wurden. Am Ende des Tages waren 65 Panzern zerstört, 71 waren stehengeblieben und 43 blieben in den Gräben stecken. Trotzdem führten die Briten den Angriff bis zum 25. fort. Am 30. begannen die Deutschen nach einem einstündigen Sperrfeuer, unterstützt durch spezielle Sturmtruppen und Bodenkampfflugzeugen, den Gegenangriff. Die Deutschen wurden aber durch den verstärkten Nachschub der Briten gestoppt und somit endete die Schlacht am 6. Dezember.
Das Ergebnis war für beide Seiten unerfreulich, den beide blieben an Ihrer zuvorgehenden Ausgangsposition. Für den Luftkampf über Cambrai hatten die Briten 300 Flugzeuge in der Region versammelt, wovon 134 Kampfflugzeuge waren. Auf deutscher Seite wurde nur die Jasta 5 mit Unterstützung der Jasta 12 und 37 eingesetzt. Zum Glück war Jasta 5 das drittbeste in der deutschen Luftwaffe mit 251 Siegen. Am 23. wurde zur Verstärkung noch das JG 1 eilig in das Gebiet verlegt und reagierte somit auf die Entsendung des 56. Geschwaders der Alliierten. Es war somit keine Seltenheit, daß bis zu 50 Maschinen über dem Wald von Bourlon in einen erbitterten Luftkampf verstrickt waren. Die Verluste waren somit beträchtlich und die britischen Bodenangriffsmissionen mußten teilweise Verluste bis zu 30% hinnehmen. Trotzdem wurden die Angriffe fortgesetzt, da man glaubte hiermit den Kampf am Boden beeinflussen zu können. Die restlichen Wintermonate gingen relativ ruhig vorüber, dem man rüstete sich schon auf beiden Seiten für den kommenden Kampf im Jahr 1918. So erhofften sich die Deutschen von dem Zusammenbruchs Rußland, die dort gebundenen Einheiten in die Schlachten der Westfront zu verlagern und dort effektiv einzusetzen.
Auf alliierter Seite erhoffte man sich durch den Eintritt der USA, der allerdings schon im April 1917 geschah, neue große Reserven und somit kriegsentscheidende Entscheidungsschlachten. Die Deutschen hatten somit nicht gerade rosige Aussichten und so wollten sie möglichst schnell eine Entscheidungsschlacht, vor dem effektiven Eingreifen der USA, führen. Der ursprüngliche Plan bestand darin, auch genannt Ludendorff Offensive, einen möglichst schnellen Keil zwischen die Briten und Franzosen zu treiben. Hierzu sollten wie schon in der Schlacht von Cambrai, spezielle Sturmtruppen und Bodenkampfflugzeuge den Vorstoß durchführen. Am 21.03.1918 wurde deshalb die Offensive gestartet und es sah am Anfang ganz nach einem überzeugenden Erfolg aus. Es schien zunächst daß die Briten vor dem Ansturm zusammenbrechen würden und so machten die Deutschen auf Kosten von Tausenden Geländegewinne. Entlang eines Abschnitts von 100 km überrannten die deutschen Sturmtruppen die alliierten Stellungen und die Briten zogen sich auf die Kanalhäfen zurück während die Franzosen Paris verteidigten.
Es sah jetzt für eine Weile ganz nach einem Sieg der Deutschen aus, aber dann wurden von dem alliierten Kommandeur Ferdinand Foch die Reserven in die Schlacht geworfen. Wie erhofft konnte der deutsche Vormarsch, nachdem Nachschubprobleme aufgetreten waren, am 5. April gestoppt werden. Allerdings erst nach einem deutschen Gebietsgewinn von 65 km. Am 9. April erfolgte der zweite Angriff der Deutschen zum größtenteils gegen die Briten. Dieser wurde allerdings nach anfänglichen Erfolgen durch den Eingriff der britischen Reserven, am Ende sollten 100.000 britische Soldaten gestorben sein, gestoppt. Der dritte deutsche Ansturm erfolgte dann am 27. Mai gegen die franz. Armee bei Chemin-des-Dames. Dieser Angriff sollte erfolgversprechender ausgehen, den die schon angeschlagene 6. franz. Armee wich zurück und brach am Ende schließlich zusammen. Die Deutschen verfolgten die flüchtenden Franzosen in Richtung Marne und sollte bis in die Ausläufe der Vororte von Paris noch gelangen. In einer kleinen Stadt namens Chateau Thrierry wurde aber sie plötzlich gestoppt. Den hier trafen die Deutschen auf ihre ärgste Befürchtung, das 6. Regiment der US Marines, die Amerikaner, sie waren schon vor der alles entscheidenden Schlacht rechtzeitig in Frankreich eingetroffen. Das Rennen gegen die Zeit war daher für die Deutschen verloren und die kommenden Schlachten sollten nicht mehr so glücklich für sie verlaufen.
Als im März die deutsche Offensive am Boden begann gewann natürlich die Luftvorherrschaft wieder zunehmend an Bedeutung. So wurde auf deutscher Seite das sog. Amerika Programm in Kraft gesetzt. Dieses Programm sah die Verdoppelung der Jasta von 40 auf 80 vor, wobei viele Jastas nur aus 8 oder 9 Flugzeugen bestanden und meistens noch unterlegene Maschinen vom Typ Albatros D V oder Pfalz D III flogen. Trotz einer geplanten Erhöhung der Flugzeugproduktion und der Einrichtungen für die Pilotenausbildung konnten viele Jastas nie die volle Kampfstärke erreichen. Außerdem wurden die Zweisitzer Bodenangriffseinheiten in sog. Schlachtstaffeln konzentriert und vergrößert. Für den verstärkten Luftkampf bildete man aus den Jastas noch zwei zusätzliche Jagdgeschwader, JG 2 (Jasta 12,13,15,19) und JG 3 (Jasta 2, 26,27,36). Leider blieb die Ausrüstung der Jastas gleich und so konnte sogar der Fokker Dr. 1 in vielen Einheiten seinen Wiedereintritt, nach den Problemen im Herbst 1917, feiern. Allerdings blieb er nach wie vor nur als Behelfsmaßnahme bis die neuen Fokker D. 7 oder später D. 8 eintreffen sollten. Diese Vorgehensweise führte dazu, daß es durchaus in vielen Jastas üblich war wenn bei Formationen gemischte Flugzeugtypen zu sehen waren. Das RFC konnte sich beruhigend auf das Frühjahr freuen, den fast alle Kampfgeschwader hatten die neuen Typen namens SE5a, Camel, Spad XIII oder Sopwith Dophin bekommen.
Man hatte also aus den Verlusten des Jahres 1917 (Blutiger April) seine Lektionen gelernt und die Anführer waren davon überzeugt die Deutschen in der Luft und am Boden besiegen zu können. So wurde die Politik der unaufhörlichen Offensive beibehalten und normale Kampfflugzeuge für den Bodenkampf eingesetzt. Die speziellen Schlachtgeschwader der Deutschen stellten sich nämlich 1918 als sehr verlustreich heraus da sie sich praktisch in der Luft fast allen alliierten Flugzeugen als unterlegen zeigten. Als die Schlacht am Boden endlich begann wurden auf deutscher Seite insgesamt 1.680 Flugzeuge gegen die Briten versammelt, davon 730 zur Unterstützung der Attacke, was schließlich nur 367 für den Kampf gegen die Franzosen übrigließ. JG 1 und JG 2, welches im Norden von Ypres sich befand, wurden beide gegen die Briten eingesetzt. JG 3 war für die Grenze zwischen den Briten und Franzosen vorgesehen. Das RFC konnte hingegen in der von den Deutschen gewählten Region 579 Flugzeuge einsetzen. Die auf deutscher Seite neu eingesetzten Infanterie Kriegsflugzeuge, wie z. B. Halberstadt CL II oder Hannover CL III, sollte für die Unterstützung der Bodentruppen sorgen. Sie waren zusätzlich mit nach unten gerichteten MGs und einer Panzerung, die Motor und Besatzung schützte, ausgestattet und griffen im Tiefflug feindliche Stellungen zusätzlich mit Bomben an. Trotz der hilfreichen Unterstützung durch diese Einheiten mußten im zunehmenden Maße mit hohen Verlusten in den Schlastas gerechnet werde.
Zwischen Mitte März und Mitte Mai gingen daher 470 Flugzeuge, davon 135 Jagdflugzeuge, verloren. Diese Verluste konnten von den deutschen Produktionszahlen nicht gefüllt werden. Trotzdem konnten die Jastas weiterhin viele Maschinen der Alliierten abschießen. Um den zahlenmäßigen Rückstand beheben zu können gingen die Deutschen dazu über ihre Kräfte nur in bestimmten Gebieten zu konzentrieren. So gelang es Ihnen in diesen Regionen die Luftherrschaft zu erreichen. Die Deutschen waren z. B. während der ersten Tage der März Offensive über einen Abschnitt von 100 Km den Briten überlegen und trafen in einen Zeitraum von 10 Tagen bis zu 478 britische Flugzeuge. Ende März war die Zahl schon auf 1302 gestiegen, wobei die meisten Aufklärer und Bodenkampf Flugzeuge waren. Trotzdem hatte die Briten noch genügend Reserven und brachten daher nagelneue Ersatzeinheiten an die Westfront. Sie hofften die Deutschen früher oder später durch Quantität statt Qualität zu besiegen. Trotz dieser positiven Bilanz der deutschen Seite und der notwendigen Unterstützung der Bodentruppen, zögerten die meisten Jastas sich von Ihrer defensiven Taktik zu lösen und die Chance die sich boten wahrzunehmen. So wurden die meisten Kämpfe weiterhin von der sehr erfolgreichen Elite Einheit JG 1 durchgeführt. Von Richthofen erzielte während dieser ersten deutschen Attacke 9 Siege und kam auf eine Gesamtzahl von 75. Doch das JG 1 konnte nicht überall sein.


„Die Materialüberlegenheit des Feindes wurde immer spürbarer, und es drohte uns das Versagen.“
R. Stark, JaSta 34
TEIL 2

Die Briten hingegen hatten die Konsequenzen aus den Verlusten gezogen und versuchten durch ein Staffelung der Einheiten in verschiedenen Höhen sich gegenseitig Schutz zu geben. So war es nicht eine Seltenheit, daß angefangen von 3000 Fuß bis auf 20.000 Fuß drei oder vier Staffeln gleichzeitig unterwegs waren. In dieser Zeit kam es auch verstärkt zu sehr großen Luftschlachten aus teilweise bis 100 Flugzeuge die sich gleichzeitig in den verschiedenen Höhen bekämpften. Obwohl die Deutschen mehr abgeschossen hatten als die Alliierten, machte sich das andauernde immer wieder von neuen aufgefrischten Einheiten offensive Verhalten der alliierten Fliegereinheiten so langsam aber sich bei den Jastas bemerkbar. Im Frühsommer waren viele Jastas schon sehr erschöpft und die Taktik der lokalen Konzentration der Jastas zur Luftherrschaftgewinnung war zum Scheitern verurteilt. Die Alliierten hatten nämlich schon in ähnlicher Form darauf geantwortet so daß sich das Gleichgewicht so langsam aber sicher wieder herstellte.
Am 21.04.1918 erhielten die Deutschen einen weiteren Schicksalsschlag als das As der Asse der berühmte Manfred von Richthofen in einem Luftkampf abgeschossen wurde. So langsam zeigte es sich doch, daß auch die Überlebenden der bisherigen Luftkriegsjahre dem andauernden Ansturm der Alliierten nicht mehr gewachsen waren. In der nachfolgenden Zeit starben noch weitere führende Asse der Deutschen so z.B. im Sommer Erich Löwenhardt mit 54 Abschüssen das führende As. Nicht nur die Verluste der Veteranen und der damit verbundenen Erfahrung sollte die Jastas zunehmend in Bedrängnis bringen, sondern auch im verstärkten Maße auftretende Nachschubschwierigkeiten. So mußten viele Jastas Ersatzteile im Niemandsland aus abgestürzten Flugzeugen bergen um Ihre Maschinen überhaupt in Gang zu halten. Gegen Ende des Sommers wurde zwar immer noch erbittert Widerstand geleistet aber der zunehmende Treibstoffmangel machte sich jetzt bemerkbar und schränkte somit den Aktionsradius ein. Auch der Bodenkrieg sollte nichts positives bringen.
Am 27. Mai 1918 griffen die Deutschen franz. Stellungen entlang des Chemin des Dames an, und es wurde wieder ein Durchbruch erzielt. Hierbei wurden sie von den Spitzen Jastas unterstützt, die den vielen franz. Geschwadern schwere Verluste beibrachten. Wie zu erwarten wurde gegen den deutschen Ansturm die amerikanischen Truppen eingesetzt und am 29.05.1918 griff die 1. US Division an und nahm das Dorf Cantigny ein. Trotz der harten Gegenangriffe war diese erste offensive Operation der USA erfolgreich und man begann weitere US Einheiten in die Kämpfe zu schicken. Vom 30. Mai bis zum 17 Juni hielt die 2. und 3. US Division den deutschen Vormarsch auf und konnte ihn schließlich in die Wälder von Belleau und Chateau Thierry zurückdrängen. Zwar gelang es den Deutschen seit dem 27. Mai eine 32 km breite Ausbuchtung in die alliierten Linien zu treiben aber dies sollte auch ihre letzte Anstrengung sein. Im nachfolgenden Zeitraum wurden noch zwei weitere erfolglose Offensiven gestartet, bis zum 17. Juli waren dies die letzen Gelegenheiten, und die deutsche Armee wurde danach in die Defensive gedrängt. Nun hatten eindeutig die Alliierten den Trumpf in ihren Händen und dieser wurde jeden Monat durch einen Nachschub von 300.000 amerikanischen Soldaten in Frankreich verstärkt. Die einzige Chance der Deutschen bestand in einem für die Alliierten zermürbenden Defensivkrieg der die absolute Niederlage vielleicht in einen Friedensvertrag, als Kompromiß, führen sollte.
Aber auch die jetzt verstärkt eingesetzten amerikanischen Fliegereinheiten sollten das Blatt zu Ungunsten der deutschen Seite noch wenden. So erzielte am 14.04.1918 das 94. Hat in the ring Geschwader seinen ersten Siege und diesem sollten bis zum Kriegsende noch 66 weiter folgen. Dieser Sieg war der erste eines offiziellen US Geschwaders gewesen obwohl die USA schon früher Siege zu verzeichnen hatte. 1917 hatten die USA bereits 250 kampfuntüchtige Flugzeuge und 131 Offiziere im Einsatz. Die Amerikaner hatte beim Aufbau einer effektiven Luftfahrtindustrie ihre Schwierigkeiten und so mußten sie sich am Anfang mit der suspekten Nieuport 28 begnügen. Sie konnten dieses Handikap aber durch die Qualität Ihrer Piloten ausgleichen. Die ersten amerikanischen Operationen fanden an der relativ ruhigen Meuse-Argonne Front statt. Im Juni rückten die 1. und die 2. Jagdgruppe (94. und 95. Luftgeschwader) an die Hauptschlachtfront in der Chateau Thierry-Soissons-Region vor. Anfangs hatten die noch unerfahrenen jungen amerikanischen Piloten es schwer mit den erfahrenere Jastas zu kämpfen da diese mittlerweile schon mit der besseren Fokker D. VII ausgestattet wurden. Die Situation konnte aber durch das Eintreffen der 2. Jagdgruppe und durch die Ersetzung der Nieuport mit Spads verbessert werden. Außerdem wurde auf deutscher Seite die JG 1, 2 und 3 an die britische Front verlegt, um den Angriffen bei Amies entgegenzusetzen.
Der berüchtigte Dreidecker wurde während dieser Zeit auf deutscher Seite aus dem Verkehr gezogen(im Juli waren es noch 65) und die anderen Typen wurden Zug um Zug durch die wesentlich besseren Fokker D. VII ersetzt. Leider gar es hiervon nicht genug und so mußten die nicht zur Elite zählenden Jastas noch mit Ihren alten Albatros und Pfalz vorliebnehmen. Ein weiteres Problem waren Motoren- Treibstoff- und Ölknappheit die die Auslieferung der neueren Generation von deutschen Flugzeugen behinderte. Im Sommer wurden von den Alliierten ein Reihe von weiteren Offensiven gestartet, die die Deutschen entlang der Front zurückweichen ließen. Am 8. August 1918 erreichten die Briten bei Amiens fast einen totalen Durchbruch. In nur drei Tagen hatten sie 11.000 deutsche Soldaten gefangengenommen, 500 Kanonen erobert und 15 km Boden gewonnen. Am 12.091918 wurde dann von den Amerikaner bei St. Mihiel eine Attacke gestartet um den Druck gegen die Deutschen aufrechtzuerhalten. Hierzu wurde in der Luft 12 Kampfgeschwader, 3 Bombengeschwader, 10 Beobachtungsgeschwader, ein Nachtaufklärungsgeschwader und 61 franz. Geschwader eingesetzt. Zusammen waren dies 701 Kampfflugzeuge, 366 Aufklärungsflugzeuge, 323 Tagbomber und 91 Nachtbomber. Die Deutschen konnten diesem Ansturm nur 72 Kampfflugzeuge, 24 Bomber, 105 Aufklärungsflugzeuge, 6 Bodenkampfflugzeuge und 6 Fotoflugzeuge mit großem Aktionsradius entgegensetzen.
Einige der Einheiten waren aber schon mit der Fokker D VII ausgestattet worden und am zweiten Tag traf das JG 2 mit 40 Maschinen, alle Fokker D VII, ein. Diese Einheit konnte demnach auch dann 80 Siege für sich verbuchen und hatte nur fünf Verluste. Am Ende des Monats trat dann noch JG 1 unter der Führung von Hermann Göring in das Geschehen ein um die bisherigen Einheiten zu entlasten und den Amerikanern entgegenzutreten. Aber gegen diese Übermacht war es selbst für die Elite Einheit der Deutschen ein harter Kampf und so mußten sie bereits im August den Verlust aller 4 ihrer Jasta Kommandanten beklagen. Zudem war Löwenhardt gestorben, Lothar von Richthofen und Wenzel verwundet und Udet zog sich erschöpft aus dem aktiven Dienst zurück. Das JG 1 war wie alle Elite Einheiten mit der Fokker D VII ausgestattet worden und besaß sogar einiger der brandneuen D VIII Fokker Eindecker. Der September sollte der letzte blutige Höhepunkt aller Luftstreitkräfte werden. Auf deutscher Seite wurden die letzten verzweifelten Versuche unternommen den Alliierten noch einige schwere Schäden zu versetzen aber mit zunehmendem Treibstoff – und Materialmangel war dies nur noch in beschränkten Operationen möglich.
Viele Jastas waren nur noch ein Schatten ihrer selbst und konnten nicht mehr als sechs Flugzeuge auf Patrouille schicken. Jasta 11 erzielte nur noch 8 Siege, Jasta 36 bestand nur noch aus drei Flugzeuge und wurde von der Front abgezogen. Nur noch Jasta 5 konnte als Spitzeneinheit Erfolge im Luftkampf erzielen. Am 27. September wurde dann von der alliierten Armee die Hindenburg Verteidigungslinie angegriffen. Merkwürdigerweise viel die deutsche Position sehr schnell und so konnten sie die Alliierten bereist am 08. Oktober einnehmen. Der Vormarsch wurde daraufhin ohne Verzögerung weitergesetzt und am 17. Oktober konnte eine Camel im befreiten Hafen von Ostende landen. Doch die Jastas kämpften bis zum bitteren Ende weiter und so verloren die RAF am 30. Oktober 41 Kampfflugzeuge bei allerdings 67 Siegen. Der Vormarsch der Briten durch die Hindenburg Linie wurde noch zusätzlich durch die amerikanische Armee in der Meuse-Argonne-Region unterstützt. Zwar konnte der alliierte Vormarsch durch frische deutsche Nachschubtruppen verlangsamt werden aber dies konnte nur eine aufschiebende Wirkung auf den weiteren Kriegsverlauf bedeuten. Anfang November bereits konnten frische amerikanische Einheiten den Angriff weiterführen und die letzten deutsche Verteidigungslinien wurden überrannt.
Am 11. November kapitulierte Deutschland und der Kaiser floh ins neutrale Holland. Die Bilanz des Krieges war erschreckend : 90 % der franz. Männer zwischen 18 und 24 wurden getötet oder waren verletzt. 60 % der franz. Truppen fielen im Kampf. Deutschland hatte 1,8 Mil., Österreich-Ungarn 1,2 Mil., Rußland 1,7 Mil, Frankreich 1,38 Mil., USA 0,1 Mil. und England 0,94 Millionen Tote zu beklagen. Die deutschen Luftstreitkräfte hatten 6840 Männer verloren, 7350 Verwundete und 2751 in Gefangenschaft oder vermißt. Im deutschen Heimatdienst kamen 1800 Personen um, davon 98 % beim Flugunterricht. Von den 3200 Toten im Dienst bzw. Felde kamen noch einmal 1450 ohne Feindeinwirkung ums Leben. Insgesamt 3250 Männer oder 47,5 % des fliegenden Personals kamen also um, ohne daß der Gegner direkt etwas dazu beigetragen hätte. Von den Verletzten kamen sogar 51,8 % ohne Feindeinwirkung zu Schaden und davon wieder 43,8 % beim Fliegenlernen hinter der Front. Der Anteil der Offiziere an allen Toten und Verwundeten lag bei etwa 50 %, weil insgesamt in der Fliegerei Offiziere dominierten( fast alle Beobachter waren wegen der besonderen Aufgabe Offiziere auch wenn dies auf die Flugzeugführer nicht zutraf). Die offiziell im Luftkampf Gefallenen mit 1420, davon allein 710 Beobachter, ist dagegen bescheiden. Der gegnerischen Luftabwehr hingegen fielen bei 104 registrierten Abschüssen 230 Personen zum Opfer.Von den Assen, die sicher zu den allerbesten zählten, überlebten nur eine kleine Zahl und diese war wesentlich geringer als die Zahl der im Krieg getöteten.